Zubau von PV-Anlagen in Wörthsee 2025
Mit 74 neuen PV-Anlagen war in Wörthsee im Jahr 2025 der Zuwachs erneut beachtlich. Inzwischen laufen auf 626 Dächern im Ort PV-Anlagen, die eine Netto-Nennleistung von etwa 5.907 kW haben. Zusammen mit dem Solarpark am Ziegelstadel werden fast 12.000 kW Solarstromnennleistung im Ort installiert. Ein weiterer Solarpark in Etterschlag steht vor dem Anschluss und wird 2026 hinzukommen.

Nettonennleistung PV Anlagen in Wörthsee (kW). Quelle: Bundesnetzagentur
Neue PV-Anlagen mit hoher Leistung
Im Jahr 2025 wurden neue 74 PV-Dachanlagen mit einer Netto-Leistung von 700 kWp in Wörthsee installiert. Die jährliche Solarstromerzeugung liegt im Gemeindegebiet 2025 bei etwa 12 Mio. kWh, der Stromverbrauch der Haushalte liegt bei etwa 10 Mio. kWh.

Nettonennleistung neue PV Anlagen in Wörthsee (kW). Quelle: Bundesnetzagentur
Zubau an Speicheranlagen kommt in Fahrt
Da der Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen stetig wächst, wird die Frage der Speicherfähigkeit von Strom zunehmend dringlich. Private Batteriespeicher spielen dabei eine immer größere Rolle.

Nettonennleistung PV Anlagen in Wörthsee (kW). Quelle: Bundesnetzagentur
2025 wurden im Gemeindegebiet 63 Speicheranlagen mit einer Leistung von 405 kW in Betrieb genommen. Insgesamt stehen derzeit 1702 kWh an Speicherkapazität zur Verfügung. Trotz sinkender Preise für PV-Anlagen und Speicher investieren die Wörthseer Haushalte 2025 nur zögerlich, obwohl sich die Anlagen inzwischen schnell lohnen.
Die wesentliche Motivation in Stromspeicher zu investieren, ist die Erhöhung des Eigenverbrauchs. Die Photovoltaik-Anlage produziert vor allem tagsüber Strom, während ein Großteil der privaten Haushalte den Strom eher morgens und abends benötigt. Mit einem Speicher können Haushalte den am Tag erzeugten Strom später nutzen. Dadurch steigt der Eigenverbrauchsanteil und die Stromkosten sinken deutlich.
Ohne Stromspeicher können etwa 30% des selbst erzeugten Solarstroms einer PV-Anlage direkt genutzt werden. Mit einem Stromspeicher kann der Eigenverbrauch auf 60 bis 70% gesteigert werden. Ende 2025 lagen die Kosten für eine kWh Speicher bei etwa 445.- €, bei einer Speicherkapazität von 15 KWh bei etwa 366.- €.
Für Bürger, die sich über PV-Dachanlagen, die Umstellung ihrer Heizung oder die energetische Sanierung ihrer Gebäude informieren wollen, ist die Agentur Klima3 des Landkreises eine gute Anlaufstelle.
Alles in allem ergibt der Zubau an PV-Anlagen 2025 ein Bild, das zu verhaltenem Optimismus Anlaß geben kann, dass die Bürgerschaft das Ziel einer Energiewende in den kommenden Jahren erreichen kann.
Erneuerbare decken 2025 etwa 56% des Stromverbrauchs in Deutschland.
In absoluten Zahlen lag 2025 die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei etwa 288,7 Mrd. kWh. Gegenüber dem Vorjahr liegt der Anstieg bei nur 0,8% Prozent, was eine deutliche Abschwächung des Wachstumstempos bedeutet.
Laut BdEW wurden 2024 nach vorläufigen Berechnungen rund 498,9 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom erzeugt, also etwas mehr als im Jahr davor und mit 517 Mrd. kWh wurde erneut etwas mehr Strom verbraucht als im Vorjahr. Die Erneuerbaren legten auf 288 Mrd. kWh zu, was einem Anteil von 55,8% am Verbrauch und 57,9% an der Erzeugung entspricht.

Quelle: BdEW 2025, Quellenangabe:
Destatis
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
Statistik der Kohlenwirtschaft e.V.
AG Energiebilanzen e.V.
Ist die Stromerzeugung immerhin zu über der Hälfte klimaneutral, schaut es beim gesamten Primärenergieverbrauch noch deutlich schlechter aus.

Die Zahlen zur Energiewirtschaft in Deutschland sind ernüchternd. Wir decken immer noch über 70% unseres Primärenergieverbrauchs aus fossilen Brennstoffen, Kohle, Öl und Gas. In Deutschland wurden 2025 640 Millionen Tonnen CO2 aus fossilen Quellen in die Atmosphäre geblasen. Das ist glücklicherweise nur noch etwa die Hälfte der Menge vom Jahr 1990. Ein Teil der Wahrheit 2025 ist jedoch, dass der Energieverbrauch der Wirtschaft wegen der lahmenden Konjunktur rückläufig war. Der Verkehrs- und der Wohnungssektor kommen bei der Reduktion der fossilen Energieträger nur langsam voran. Nun zu fordern, die (überwiegend fossil erzeugte) Energie müsse „billiger“ werden, damit der Wirtschaftsmotor „anspringt“, bedeutet also, dass die Klimaziele nur weiter vor sich hergeschoben werden sollen.
Dieses Abwarten wird jedoch nicht funktionieren, denn um das Ziel von 2030 zu erreichen muss sich die jährliche CO2- Einsparung vervierfachen gegenüber dem Wert von 2025. Verfehlen wir das Ziel werden Milliarden Euro an Zahlungen für den Kauf zusätzlicher CO2 Zertifikate fällig. Dieses Geld wäre besser in den Umbau des Energiesystems investiert. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung nun die Heizungswende und die Verkehrswende schaffen will. Die Wiederauflage der Förderung des Kaufs von E-Autos ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Mehr Tempo ist geplant

Nach den Planungen soll es in den kommenden Jahren rasch bergan gehen mit der Stromerzeugung aus Wind und Sonne.
Wie schwierig es jedoch ist, nun wirklich Tempo zu machen, zeigt der Ausbau der Windkraft im Landkreis Starnberg. Nachdem der regionale Planungsverband 2022 die Standorte für neue Windenergieanlagen ausgewiesen hatte, wurde „entdeckt“, dass ein Großteil von ihnen entlang der A96 sich mit einer Sichtflugroute für Privatpiloten überschneidet. Die Standorte wurden gestrichen, die laufenden Projekte gestoppt und nun ist guter Rat teuer.
In nur noch 9 Jahren will der Landkreis klimaneutral werden, aber ohne eine erheblich größere Anzahl an Windrädern wird das nicht funktionieren. In Wörthsee fiel der Flugroute das geplante „Bürgerwindrad“ zum Opfer. Auf der anderen Seite konnten Ende 2025 binnen weniger Stunden von Bürgern der umliegenden Gemeinden die Gelder für den Bau von 4 Bürgerwindanlagen im Gebiet des Forstenrieder Parks eingesammelt werden. Von Seiten der hier wohnenden Bürger wollen Millionen Euro in Stromerzeugungsanlagen im Landkreis investiert werden, aber es fehlt an Standorten.
Klimaneutralität bis 2035
Zurück zur Gemeinde. Wörthsee ist auf gutem Weg, die Energiewende zu schaffen und ihr beschlossenes Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Mehr dazu steht unter WörthZero. Allerdings wird auch bei uns eine klare Orientierung im Rahmen der Kommunalpolitik auf den Umbau der Heizungen des Altbestandes an Gebäuden im Ort auf klimastützende Wärmepumpen und ein weiterer starker Anstieg des Anteils der Elektrofahrzeuge erforderlich.
Ausserdem wäre eine bürgernahe gemeindliche Energieversorgung mit weiteren Erzeugeranlagen in Bürgerhand und einem großen kommunalen Energiespeicher zu konzipieren. Das EU-Projekt EnTranC stellt im Landkreis Starnberg dafür Mittel bereit. Der neue Gemeinderat sollte zugreifen.
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