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Tempo 130 – CO2 reduzieren und Geld sparen

Tempo 130 – CO2 reduzieren und Geld sparen

“Im Jahr 2018 verursachten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auf Bundesautobahnen in Deutschland Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 39,1 Millionen Tonnen ⁠Kohlendioxid-Äquivalente⁠ (CO2-Äquivalente). Durch die Einführung eines generellen Tempolimits von 120 km/h auf Bundesautobahnen würden die Emissionen um jährlich 2,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert. Selbst ein Tempolimit von 130 km/h würde die Treibhausgasemissionen bereits um 1,9 Millionen Tonnen, ein Tempolimit von 100 km/h sogar um 5,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr mindern.”

Umweltbundesamt, Tempolimit-Studie
Es gibt keinen vernünftigen Grund, in Deutschland nicht wie überall sonst auf der Welt ein Tempolimit einzuführen. Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamts spart diese Maßnahme im Jahr 2 Millionen Tonnen Co2 Äquivalente ein – und den Autofahrer eine Menge Geld an Spritkosten.

Die Deutschen. Beim Tempo durchaus keine Europäer oder Weltbürger.

Zwei Millionen Tonnen Co2 Einsparung pro Jahr ist nicht viel, angesichts von 500 Millionen Tonnen, die Deutschland jährlich insgesamt emitiert. Der Autobahnverkehr kommt auf 39 Millionen Tonnen. Da wären 2 Millionen Tonnen Einsparung schon nennenswerte 5%. Und, diese Einsparung ist sofort und umsonst zu haben. Der Autofahrer profitiert sogar durch geringeren Spritverbrauch. Der zeitliche Vorteil hoher Geschwindigkeiten, also Bleifuß-Fahrweise, ist laut Testfahrt von Auto, Motor, Sport verschwindend gering. Der sehr unruhige Verkehrsfluss auf deutschen Autobahnen vergrößert die Anzahl von Staus und verschlingt jeden vermeintlichen Zeitgewinn. Schwere Unfälle durch Raserei passieren immer wieder. Die Elektromobilität macht hohes Tempo vollkommen obsolet, die häufigen Nachladestopps führen dazu, dass der Raser sogar langsamer vorankommt als Otto-Normalfahrerin.

Nun meint die deutsche Autoindustrie dennoch, dem Elektrofahrer den Reiz verrückt hoher Motorleistungen anbieten zu müssen. Der Porsche Taycan kommt mit 500 kW auf die Straße und beschleunigt in 2,8 Sekunden auf 100 Km/h. Diese Beschleunigung wirke wie ein schmerzhafter Schlag in den Nacken, stellt der ADAC fest – und gehöre im öffentlichen Straßennetz nicht einmal “im Ansatz ausprobiert”. Das Spiel der Autobauer mit den Rennfahrerträumen soll also auch elektrifiziert weitergehen. Klimaneutralität im Autobahnverkehr damit wiederum Fehlanzeige.

Der Bundestag hat erst 2019 mit den Stimmen von Union, SPD, AfD und FDP ein Tempolimit abgelehnt. Lediglich die Grünen und die Linkspartei stimmten dafür. Inzwischen kamen Fridays for Future, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, die Unwetterkatastrophe. Es ist anzunehmen, dass die Politik weiterhin diese einfache Maßnahme ignorieren wird. Doch das Urteil der Verfassungsrichter verbietet den Gebrauch der Freiheit auf Kosten künftiger Generationen. Daraus folgen eine Abrüstung der Fahrzeuge und ein generelles Tempolimit durchaus zwingend.

SB

P.S.: Für den Anfang tut es auch – freiwillig.

Tempo 130 – CO2 reduzieren und Geld sparen2021-07-17T19:14:29+02:00

Das Geld auf dem Acker

Das Geld auf dem Acker

Ein lesenswerter Beitrag aus der FAZ zu den Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft.

Das Geld auf dem Acker2021-07-17T17:15:25+02:00

Ein Gartenteich hilft der Artenvielfalt

Ein Gartenteich hilft der Artenvielfalt

  • Libelle
  • Pflanzen im Gartenteich blühen
  • Pflanzen im Gartenteich
  • Frosch

Fotos: G.N.

Kaum ist der Teich fertig gestellt und bepflanzt, hat sich unter der Vogelschar die Option einer Bade- und Trinkmöglichkeit herumgesprochen. Da herrscht reger Betrieb. Es wird mit ausgebreiteten Flügeln geplanscht. Auch Insekten kommen zum Trinken. Und im Wasser tut sich schnell etwas. Wasserläufer rennen über die Oberfläche und im Wasser tummeln sich Frösche, Molche und Libellenlarven.
Einer Libellenlarve zuzuschauen wie sie langsam an einem Pflanzenstängel aus dem Wasser klettert, im Zeitlupentempo ihre filigranen Flügel entfaltet und an der Sonne trocknet bevor sie zum ersten Flug startet, das ist schon etwas ganz Besonderes.
G.N.

Ein Gartenteich hilft der Artenvielfalt2021-07-14T14:08:04+02:00

Ringelnattern wieder in Wörthseer Gärten

Ringelnattern wieder in Wörthseer Gärten

Ringelnatter in einem Wörthseer Garten, Juni 2021.

Ringelnatter in einem Wörthseer Garten. Foto: DM

Wir freuen uns, dass in einigen Wörthseer Gärten wieder Ringelnattern aufgetaucht sind. Die Ringelnattern sind streng geschützt, sie dürfen weder gefangen noch getötet werden.

Im tierfreundlichen Garten könnt ihr der Ringelnatter das bieten:

  • Einen Teich zum Jagen
  • Ein ruhiges Ufer zum Sonnen
  • Einen großen Komposthaufen zur Eiablage und zum Überwintern.

Vielleicht haben noch mehr von euch Lust, uns Fotos zu schicken.

Mehr zur Ringelnatter ist auf der Seite des NABU zu finden.

D.M.

Ringelnattern wieder in Wörthseer Gärten2021-06-24T18:59:21+02:00

Ein früher Musikant

Ein früher Musikant

Feldgrille

Feldgrille. Foto: Gerda Büttner

In unserem Garten ist es Sommer geworden. Eine Feldgrille hat sich ein kleines Erdloch gegraben und bewacht den Eingang der Höhle.
Ich habe mich über unseren Sommergast ein wenig schlau gemacht.

Die Feldgrille gehört zur Gattung der Heuschrecken. Die meisten heimischen Heuschrecken kann man erst ab etwa Mitte Juli hören, doch das Feldgrillen Männchen legt schon im Mai mit der Brautwerbung los.

Bei den scheuen Feldgrillen musizieren nur die Männchen, sie locken mit ihrer Musik die Weibchen an.
Ihr Zirpen ist vom späten Vormittag bis in die warmen Abendstunden in einem Umkreis bis zu 50m zu hören.
Die Grille ist mit ihrem großkugeligen, schwarzglänzenden Kopf und den langen Fühlern eine imposante Erscheinung.
Das stumme Weibchen ist an seiner Legeröhre zu erkennen. Es legt einige 100 Eier ab und hinterlässt sie ohne jegliche Brutpflege.

Die Feldgrille ist sehr wärmeliebend und wird vom Klimawandel sicher profitieren, so dass dort wo die Lebensräume stimmen ihr Rückgang hoffentlich gestoppt werden kann.

Gerda Büttner

Ein früher Musikant2021-06-24T17:28:12+02:00

Appell des Deutschen Naturschutzrings zum Insektenschutzpaket

Appell des Deutschen Naturschutzrings zum Insektenschutzpaket

“Der dramatische Rückgang der Insekten in unserer Landschaft hat gravierende Folgen für Umwelt und Landwirtschaft, daher dürfen wir den Insektenschutz nicht weiter auf die lange Bank schieben. Das monatelang verhandelte Insektenschutzpaket liegt bereits seit Februar zur Verabschiedung auf dem Tisch. Wir fordern die Verantwortlichen von CDU und CSU auf, endlich den Weg frei zu machen und ihrem Versprechen im Koalitionsvertrag nachzukommen, die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern. Der bereits ausverhandelte Kompromiss darf dabei nicht noch weiter abgeschwächt werden.”

Florian Schöne, Deutscher Naturschutzring

Das Insektenschutzpaket bestehend aus der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes und einer Novelle der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung droht zum Ende der Legislaturperiode am Widerstand von CDU/CSU im Bundestag und auf Landesebene zu scheitern. Vor diesem Hintergrund appelliert der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) gemeinsam mit 28 weiteren Umwelt- und Naturschutzorganisationen in einem Offenen Brief an die Vorsitzenden von CDU und CSU, sich für die Verabschiedung eines ambitionierten Insektenschutzpaketes einzusetzen.

Offener Brief von 21 Naturschutzorganisationen

Appell des Deutschen Naturschutzrings zum Insektenschutzpaket2021-06-22T18:27:28+02:00

Hirschkäfer im Garten

Hirschkäfer im Garten

Eine Anwohnerin am Burgselberg sichtet in ihrem Garten die geschützten Hirschkäfer – und dichtete dazu einige Zeilen
Hirschkäfer

Hirschkäfer. Foto: Gerda Büttner

Hirschkäfer

hirschkäfer, flieg!

im dorf, da ist der krieg

die bäume müssen sterben, maschinen dein versteck verderben

die käferbraut muss sich verstecken

du musst sie schnell entdecken

bevor der bläser sie zerdrischt

mit eurer hochzeit wird sonst nischt

hirschkäfer flieg, im dorf da ist der krieg

flieg schneller, schöner bräutigam

die braut kann nicht lang warten

der mäher lauert schon, macht sauber seinen garten

wie ein soldat marschieret er, das trampeltier setzt sich zur wehr

mit lärm, gestank, “verstandespur”

sein feind ist nämlich die natur

du, tapfrer käfer, DU!

7(siem) jahr im untergrund, uhuuuu!

sollst deine hochzeit kriegen

und vorher wie die engel fliegen!

Hirschkäfer! …

Text: Traudl Helm

Hirschkäfer im Garten2021-06-24T18:29:48+02:00

Rasenmähen schadet der Artenvielfalt

Spätes Mähen im Juli nützt der Artenvielfalt

Es ist eigentlich einfach: Lässt man die Wiese ausmagern und mäht spät, ist ein wunderbarer Wildblumenteppich die Belohnung. Wie hier am Gemeindezentrum Etterschlagerstraße. Foto: DM

Waldvögelein-Orchidee-Wörthsee

An der Graf-Toerring-Straße blüht jetzt wieder das Waldvögelein, eine seltene Orchideenart. Es kann blühen, weil nicht vorzeitig gemäht wurde. Foto: Sepp Obermeier

Blühende Wiese an der Wesslinger Straße. Ein prachtvoller Obstgarten Fotos: SB

Wir haben seit einiger Zeit auf die Vorteile hingewiesen, die in den Gärten und an den öffentlichen Wegrändern für Insekten und für das Auge der Menschen entstehen, wenn der Zeitpunkt der ersten Mahd auf Ende Juni geschoben wird. Die Gemeindeverwaltung hat dieses Anliegen an vielen Straßenrändern bereits umgesetzt. In vielen Privatgärten in Wörthsee funktioniert es ebenso.

Ein „normal“ im Mai und Juni wöchentlich gemähter Rasen lässt keine Wildblumen, die eine wichtige Insektennahrung sind, hochkommen. Zudem werden durch das Mähen mit einem Motormäher viele Kleintiere, wie junge Frösche, Grashüpfer, Käfer usw. angesaugt und zerhäckselt.

Wer etwas für die Artenvielfalt tun will, sollte also vom klassischen „englischen“ Rasen Abschied nehmen, höchstens noch für spielende Kinder einen Teil der Rasens kurz halten.

Der Wildbienenexperte Paul Westrich empfiehlt, den Rasen nur noch 2 bis 4x im Jahr zu mähen. Durch das hohe Gras kommt man am besten mit einer (Motor-) Sense oder mit einem Balkenmäher.

Nach der Margeritenblüte mähen

Das erste Mal sollte man erst mähen, wenn die Margeriten verblüht sind. Wichtig ist, den Rasen nicht mehr zu düngen und den Rasenschnitt möglichst schnell abzutragen, da er als Mulch wieder eine Düngewirkung entfalten würde. So kann sich bald eine gewisse Artenvielfalt entwickeln: Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee, Gamander-Ehrenpreis, Spitzwegerich, Scharfer Hahnenfuß, Gundelrebe und vieles andere.

Eine richtige Wildblumenwiese anzulegen ist wesentlich mühsamer, dafür muss die alte Grasnarbe abgetragen und regionales Saatgut ausgebracht werden.

Zum Glück gibt es in Wörthsee und anderswo immer mehr Gartenbesitzer*innen, in deren Gärten die Wiesen ganz oder teilweise blühen dürfen. Ein allmählicher Wandel der veralteten Vorstellungen von einem „ordentlichen“ Garten ist zu beobachten.

Mehr zu einem insektenfreundlichen Garten und kostenlose Beratung:

Tel. 0221 – 968 91 94

Email: kontakt@summende-gaerten.de

Rasenmähen schadet der Artenvielfalt2021-06-24T18:13:37+02:00

Aktuelles zum Klinikneubauplan Seefeld

Kein Klinikneubau im Landschaftsschutzgebiet!
Zum geplanten Klinikneubau in Seefeld-Hechendorf verweisen wir auf die Seite der Bürgerinitiative Eichenallee Seefeld. Es ist zu befürchten, dass der Neubau in der Nähe des S-Bahnhofs Hechendorf in das einmalige Natur- und Landschaftsschutzgebiet “Eichenalleen und Buchenwälder bei Seefeld” gestellt werden soll. Der Gemeinderat Seefeld hat dieses Vorhaben in einem “Ratsbegehren” zur Abstimmung gestellt. Die Bürgerinitiative ruft auf, mit “Nein” zu stimmen.

Weitere Informationen auf der Webseite der Bürgerinitiative Eichenallee.

Aktuelles zum Klinikneubauplan Seefeld2021-06-05T22:43:36+02:00

FFH Waldgebiet Meiling – Naturschutz nur eine Farce?

FFH Waldgebiet Meiling – Naturschutz nur eine Farce?

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-)herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse. Ein Waldstück mit FFH Schutz grenzt unmittelbar an das Wörthseer Gemeindegebiet. Wie sieht es dort aus?

Das FFH geschützte Waldgebiet (02) erstreckt sich von den Wiesen oberhalb Auing bis nach Delling. Quelle: Bayernatlas

An den blauen Pfeilen wurden die Buchen gefällt. (Quelle: Bayernatlas)

FFH Managementplan. Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt Natura 2000

Im Februar 2021 hat ein Waldbauer oberhalb Meilling eine Reihe von 18 großen Buchen am Waldrand gefällt. Der Wald dort ist nach der Bayernatlaskarte ein FFH Gebiet. Eigentlich sollte in FFH Waldgebieten (Schutzgrund ist „Buchenwald“) eine generationelle Stufung des Baumbestands erhalten bleiben. Das sieht hier nicht mehr danach aus, abgesehen von 3 „Alibibäumen“.

Papier…

Unter dem Eindruck dieses doch recht tiefgreifenden Eingriffs habe ich bei meinen Spaziergängen einige weitere Beobachtungen in diesem Naturschutzgebiet unternommen. Um es vorweg zu nehmen: einen großen Unterschied zur Beforstung in einem “normalen” Buchenwald kann ich als Laie nicht erkennen. Daher zunächst einmal Zitate aus dem Gutachten im “Managementplan” für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling“ ( DE 7933-371 -02) vom 5.12.2018:

“Das FFH-Gebiet „Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling“ stellt eines der abwechslungsreichsten Landschaftspanoramen in Bayern dar. Es bildet den Strukturreichtum der Jungmoränenlandschaft vorbildhaft ab und weist zahlreiche geschützte, gefährdete und sehr seltene Arten auf.”

“Besonders positiv ist die große Anzahl unterschiedlicher Bestandesschichten (mehrschichtig aufgebauter Bestand) und der hohe Totholzanteil.”

“Erhaltungsziel: Erhalt der Waldmeister-Buchenwälder (Asperulo-Fagetum) sowie der Mitteleuropäischen Orchideen-Kalk-Buchenwälder (Cephalanthero-Fagion) in naturnaher Struktur und Baumarten-Zusammensetzung. Erhaltung eines ausreichenden Angebots an Alt- und Totholz sowie an Höhlenbäumen.”

… und Realität

Die folgende Fotogalerie zeigt Impressionen aus dem so wortreich hochgeschätzten und als bedeutendes Biotop klassifizierten Fauna-Flora-Habitat-Naturschutzgebiet.

Meine Fragen zu diesen Bildern:

  • Warum wird ein alter (Rest)-Baumbestand von 18 Buchen am Waldrand gefällt, wo doch das Management Ziel ist: “der Erhaltin naturnaher Struktur und Baumarten-Zusammensetzung.”
  • Was bedeuten mehrere große Holzlegen im Wald, wo doch das Erhaltungsziel heisst: “Erhaltung eines ausreichenden Angebots an Alt- und Totholz sowie an Höhlenbäumen.”
  • Wie vertragen sich Endurofahrer und Mountainbiker mit dem Naturschutzgebiet? Diese Herrschaften übertreten die Gesetze, klar, aber sie werden auch durch keine Tafel auf das bestehende Naturschutzgebiet hingewiesen.
  • Was geht im Kopf eines Hundebesitzers vor, der seinen roten Beutel mit Kacke seines Köters mitten im Wald am Baumstumpf platziert. Erwartet er einen täglichen Reinigungsservice im Naturschutzgebiet?
  • Im gesamten Waldbestand habe ich bislang neben einigen wenigen abgebildeten absterbenden Altbuchen eine kleine Handvoll von wirklich “alten”, nicht mehr “nutzbaren” Bäumen gefunden. Insofern kann ich im Waldmanagement keinen ausgeprägten Unterschied zwischen diesem FFH Wald und einem “normalen” Nutz-Wald erkennen, außer dass hier noch Buchen stehen und keine Fichten. Alt- und Totholz zum Beispiel wird umgehend aus diesem FFH Wald herausgeräumt.
Die Behörden schauen weg

Im FFH-Managementplan heisst es: “Die Sicherung bzw. die Wiederherstellung eines guten Erhaltungszustandes ist klar definiertes Ziel (Art. 3; der Richtlinie 92/43/EWG, vom 21.05.1992). An diesem Ziel haben sich alle waldbaulichen Maßnahmen auszurichten, die Wahl der konkreten Maßnahme jedoch steht in der Kompetenz und Entscheidungsfreiheit des Bewirtschafters.”

Mein Eindruck: die Entscheidungsfreiheit der Bewirtschafter führt offenbar zu einem “normalen” Waldmanagement. Das bestehende Verschlechterungsgebot wird nicht beachtet. Die Forstaufsicht schaut weg und redet sich bestenfalls heraus. Es ist an der Zeit, dass das Interesse der Allgemeinheit mit strengeren Regelungen und mit regelkonformer Forstaufsicht gemäß den Zielen 100 und 118 durchgesetzt wird. Auch die Vernutzung des Schutzgebiets durch Radler, Biker oder gedankenlose Spaziergänger muss durch Aufklärung und Kontrolle gestoppt werden. Nach meinem Eindruck versteht derzeit niemand, dass dieses Waldgebiet unter besonderem Schutz steht. Es ist nicht überraschend, dass die Bundesrepublik Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof wegen Unterlassung der Durchsetzung des FFH Schutzes unter Anklage steht.

Fotos und Beitrag: Stephan Bleek

FFH Managementplan 7933-371

FFH-Managementplan vom 5.12.2018.

Teil I - Maßnahmen
„Das FFH-Gebiet „Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling“ stellt eines der abwechslungsreichsten Landschaftspanoramen in Bayern dar. Es bildet den Strukturreichtum der Jungmoränenlandschaft vorbildhaft ab und weist zahlreiche geschützte, gefährdete und sehr seltene Arten auf. Namensgebend sind die uralten Eichenalleen mit ihren prächtigen Baumriesen, die kaum an einer anderen Stelle in Bayern vorzufindenden und somit für das Gebiet charakteristisch sind.
Das Gebiet ist ebenfalls geprägt durch ausgedehnte Buchenwälder, naturnahe Erlen-Eschenwälder und einzigartige Offenlandlebensraumtypen, wie wertvolle Kalkmagerrasen und Hochstaudenfluren, die einen hohen Artenreichtum beherbergen.
Weitere, im Offenland des Gebiets nachgewiesene Arten von gemeinschaftlichem Interesse sind der Steinkrebs und der Kammmolch. Das Gebiet ist über weite Teile durch die Jahrhunderte hinweg andauernde bäuerliche Land- und Forstwirtschaft geprägt worden. Mit der Meldung wurden ökologische Qualität und Bedeutung über die Landkreisgrenze hinaus offensichtlich.
(…) Diese Buchen- und Buchen-Mischwälder sind typisch für die Jungmoränenlandschaft des Alpenvorlandes. (…)

Besonders positiv ist die große Anzahl unterschiedlicher Bestandesschichten (mehrschichtig aufgebauter Bestand) und der hohe Totholzanteil. Diese Bewertungsparameter sind Kennzeichen für Strukturreichtum und Naturnähe. Defizite bestehen unteranderem bei den Strukturmerkmalen „Baumarteninventar in der Verjüngung“, sprich bei der Anzahl verschiedener Baumarten in der Verjüngung und der Menge an „Biotopbäumen“ (…)

Erhaltungsziel:

Erhalt der Waldmeister-Buchenwälder (Asperulo-Fagetum) sowie der Mitteleuropäischen Orchideen-Kalk-Buchenwälder (Cephalanthero-Fagion) in naturnaher Struktur und Baumarten-Zusammensetzung. Erhaltung eines ausreichenden Angebots an Alt- und Totholz sowie an Höhlenbäumen.”

Notwendige Erhaltungsmaßnahmen:

“(Maßnahme 100) Fortführung und ggf. Weiterentwicklung der bisherigen, möglichst naturnahen Behandlung unter Berücksichtigung der geltenden Erhaltungsziele”.

  • Maßnahme 100:“Die sogenannte Grundplanung umfasst alle Maßnahmen, die den Erhalt bzw. die Wiederherstellung eines guten Allgemeinzustandes des LRT garantieren. Die Sicherung bzw. die Wiederherstellung eines guten Erhaltungszustandes ist klar definiertes Ziel (Art. 3; der Richtlinie 92/43/EWG, vom 21.05.1992). An diesem Ziel haben sich alle waldbaulichen Maßnahmen auszurichten, die Wahl der konkreten Maßnahme jedoch steht in der Kompetenz und Entscheidungsfreiheit des Bewirtschafters. Für eine naturnahe Behandlung kennzeichnend sind z. B. kleinflächige, an die jeweilige Baumart angepasste Naturverjüngungsverfahren, mit langen Verjüngungszeiträumen, aber auch der Schutz der biologischen Vielfalt, sowie der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und der natürlichen Widerstandskräfte der Bestände.”

Wünschenswerte Erhaltungsmaßnahmen:

  • (Maßnahme 118) Lebensraumtypische Baumarten einbringen und fördern (v.a. Eiche, Tanne, Bergahorn, Esche, Linde u. sonst. Edellaubholz)Hauptursache für die eingeschränkte Baumartenvielfalt ist die enorme Wuchsdominanz der Rotbuche.”
  • (Maßnahme 121) Biotopbaumanteil (17) erhöhen “Eine angemessene Anzahl an Biotopbäumen ist Kennzeichen für die naturschutzfachliche Wertigkeit eines Bestandes bzw. eines LRTs. Biotopbäume stellen Lebensraum und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Arten dar. Beispielsweise als Höhlenbaum, der Aufzuchtort bestimmter Singvögelarten ist oder als Träger von Faulstellen in denen Käfer und Larven leben, die wichtiger Nahrungsbestandteil der heimischen Spechte sind.”
FFH Managementplan 7933-371

FFH Waldgebiet Meiling – Naturschutz nur eine Farce?2021-06-06T13:53:20+02:00
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