Weniger Tempo – Mehr Lebensqualität

Weniger Tempo – mehr Lebensqualität

Etwa 70 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung zur Straßenverkehrssituation am 11. Oktober teil. Die lebhafte Diskussion brachte den starken Wunsch nach Veränderung der gegenwärtigen Regelungen zum Ausdruck. Als ersten Schritt fordert die Initiative Artenvielfalt nun den Gemeinderat auf, T 30 in allen Gemeindestraßen einzuführen. Und das „dicke Brett“ Staatsstraße soll mit neuen Argumenten angebohrt werden.

Moderiert von der Journalistin Dietlind Klemm diskutierte ein Podium aus Bürgermeisterin Christl Muggenthal, Markus Büchler, Sprecher für Mobilität der Landtagsfraktion der Grünen, Martin Held vom ADFC und Doja Muggenthaler von der Initiative Artenvielfalt.

Doja Muggenthaler erläuterte einleitend die Ergebnisse der Verkehrsumfrage in Wörthsee, deren Ergebnisse im Artikel Umfrageergebnisse zu Tempo 30″ vorgestellt worden sind. Das Podium brachte zum Ausdruck, dass derzeit in sehr vielen Gemeinden die Zeichen auf Temporeduzierungen stehen. Die heutige Verkehrssituation erfordere aus Gründen des Lärm- und des Personenschutzes neue Maßnahmen und die Novelle der Straßenverkehrsordnung schreibe hierzu neue Zielvorgaben. „Vision Zero“ ist das Stichwort in der neuen Durchführungsverordnung für die Straßenverkehrsbehörden beim Thema Personenschäden. Das heißt, dass der Präventionsgedanke (keine Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder schweren Personenschäden) nun als „Grundlage aller verkehrlichen Maßnahmen“ maßgebend geworden ist. Nachdem im Gemeindegebiet Wörthsee es bereits tödliche Unfälle aufgrund nicht angepassten Tempos gegeben habe, sei die Lage auch für die Staatsstraße eigentlich klar. Ohne neue Limits kann „Vision Zero“ in Wörthsee nicht erreicht werden. Wen es interessiert: diese Vision wird in der Verwaltungsvorschrift zur STVO oben angestellt: siehe VwV StVO §§1. Mit diesen Informationen konnte Markus Büchler der Versammlung Mut machen, sich energisch für die Durchsetzung dieser neuen Vorgaben zu engagieren.

Ein weiterer Punkt der STVO-Novelle betrifft die T 30 Vorschrift im Bereich von Schulen, Kindergärten, Altenheimen oder medizinischen Einrichtungen – bis zu 250 Meter muss in diesen Bereichen das Tempo auf T 30 gedrosselt werden. Auch hier ist Wörthsee noch (rechtswidrig) großzügig, wie die Gemeindestraße im Bereich des Urban-Dettmar-Hauses oder die Kreuzung Schulstraße / Etterschlager-Straße zeigen. Eine Mutter brachte es auf den Punkt: „Ich muss dort immer an dem Gedenkkreuz für die tödlich verunglückte Schülerin vorbei. Ehe meine Kinder hier totgefahren werden, bringe ich sie lieber mit dem Auto zu Kita und Schule.“ Man möchte sarkastisch hinzufügen, dass sich hier der Kreis der „Freude am (raschen) Fahren“ schließt: fließen muss der sich selbst erzwingende Verkehr. Steigen Sie ein.

Kopfschütteln nach der Auslandsreise

Es ist in der Tat für denjenigen, der gerade aus dem Auslandsurlaub in Österreich, Italien oder Frankreich zurückgekehrt war, eine merkwürdige Debatte. Hier wird mit Leidenschaft um etwas gerungen, dass andernorts im Ausland längst flächendeckende Praxis ist.

In Frankreich werden zum Beispiel in geschlossenen Ortschaften, ob groß oder klein, immer Tempo 30 Vorgaben kombiniert mit einer Reihe von Zebrastreifen, gemalt auf „Ralentisseurs“ – Bodenschwellen. Der Verkehr auf den unseren Staatsstraßen vergleichbaren „Routes Départementales“ (D) wird damit auf Schritt-Tempo reduziert und so den Fußgängern Vorrang gegeben. Inklusive den Kindern, die hier entspannt auch ohne elterliche Begleitung zur Schule gehen können. In der Versammlung sprach jemand davon „dass doch alle zivilisierten Länder bereits Tempo 30 eingeführt haben“. Wie bei Asterix und Obelix ist das offenbar inzwischen: alle Länder – bis auf eines – unser Audi-Land.

Antrag an den Gemeinderat

Inzwischen hat die Initiative Artenvielfalt einen weiteren Schritt vollzogen und beim Gemeinderat Tempo-30-Zonen für alle Gemeindestraßen – ohne Ausnahme – beantragt. Ein Gemeinderat meinte dazu, dass doch „fast überall“ bereits T 30 gelte. „Fast überall“ ist eben nicht überall. Zur Aufklärung wurden inzwischen die Lücken genau identifiziert (u.a. Seestraße bis Dorfstraße, Dorfstraße bis Ortsausgang, Zum Kuckucksheim / Kuckuckstraße und Bereiche in Etterschlag). Die Spannung ist groß, wie der Gemeinderat über das Anliegen entscheiden wird. Auch der Beitritt der Gemeinde Wörthsee zur Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“ des deutschen Städte- und Gemeindetages wird in diesem Zusammenhang gefordert.

Doja Muggenthaler zog bereits das Fazit, dass die Kommunikation zwischen zwischen Bürgern, Gemeinde und Behörde, verbesserungsfähig sei. „Eine gute Zusammenarbeit kann dazu führen, die Behörden zu überzeugen.“ In ihrem Schlussbeitrag hob sie hervor, dass die stressfreie Mobilität für Radler und Fußgänger ein selbstverständliches Menschenrecht sein sollte.

Bauamt Weilheim und die Staatsstraße

Das dicke Brett ist die Staatsstraße. Hier wird immerhin die Kreuzung Schulstraße inzwischen zu einem Politikum werden, denn die Vorschrift der im Dezember 2021 geänderten STVO ist durchaus klar: Der Schulweg muss auf einer Länge von 250 Metern mit T 30 abgesichert werden, auch wenn das Schulgebäude nicht unmittelbar an der Etterschlager-Straße liegt, hier aber der Haupt-Zugangsweg verläuft. Das wäre vielleicht ein Anfang, der dringend gemacht werden müsste, schon um der Rechtslage Genüge zu tun. Ein Beitrag zum zivilisierten Umgang mit unseren Kindern – das wäre doch etwas?

SB

Weniger Tempo – Mehr Lebensqualität2022-11-05T14:59:51+01:00

STA(r)WARS oder die dunkle Seite der Macht

STA(r)WARS – oder die dunkle Seite der Macht

Wer sich als älterer Mensch oder als Radler oder als Kind oder als Hund oder Igel oder als Königskerze oder … oder sich auf dem schönen Stern unseres Starnberger Landes frei bewegen bzw. wachsen will, der fühlt sich nicht selten wie der -Ritter, der gegen die dunkle Seite der Macht kämpft, in unsrem Fall gegen Verhässlichung, Umweltzerstörung und damit Minderung von Lebensqualität.

Wer nicht in den Wald ausweichen will oder auf die nicht allzu üppigen Fußwege ohne Mopeds und Traktoren oder einfach nur in den Seen schwimmen will, der muss sehr tolerant sein oder kämpfen gegen die Pest der fahrenden co2-Schleudern, gegen Maschinen, die blühende Straßenränder in Wüsten verwandeln und ganze Waldhänge wegbaggern für Riesenmonster aus Beton. Er muss tolerant sein gegenüber Vernichtung guten Ackerbodens für Straßen und öde Gewerbeflächen.

Die Kleinode unseres Starnberger Landes sind die Seen. In die sollte der Schwimmer, dem schon das gute Wasser allein Geschenk und Wunder genug sind, früh am Morgen eintauchen, um nicht mit dem Gerümpel zu kollidieren, das später, vor allem am Wochenende, auf dem Wasser herum dümpelt. In der Früh muss er außerdem noch nicht durch die Schlieren aus Sonnencreme schwimmen.

Auf der dunklen Seite der Macht ist der/diejenige, der noch nicht begriffen hat, dass er jetzt seinen Energiebedarf, den fossilen, kräftig einschränken muss, dass er Klima und Boden und Tiere wertschätzen muss und dass er jetzt nicht dröge, anspruchsvoll oder gleichgültig sein darf, um zu retten, was noch zu retten ist.
 Auf jeden von uns kommt es an. Ein Darth Vader wird uns nicht zu Hilfe kommen.

Traudl

STA(r)WARS oder die dunkle Seite der Macht2022-11-01T21:03:27+01:00

Initiative gegen Baumfällungen in Herrsching

Initiative gegen Baumfällungen in Herrsching

In Herrsching hat sich eine Bürgerinitiative gegen Baumfällungen und Bachverbauung gebildet. Hier der Artikel aus der SZ dazu:

Initiative gegen Baumfällungen in Herrsching2022-03-14T10:27:52+01:00

Zersiedelung – Seen schimmern im Gegenlicht

Zersiedelung – unsere Seen schimmern im Gegenlicht – ein Dach auch

Blick mit Dach zum Pilsensee

Der Traumblick von der Meilinger Höhe über die Seen nach Südwesten hat einen tristen Vordergrund erhalten. Foto. S.B.

Zersiedelung

Der Blick von der Meilinger Höhe über den Pilsensee und Ammersee reicht an Tagen mit guter Sicht über die Allgäuer Alpen bis zur Säntis in der Schweiz. Die zwei Flächen der Seen reflektieren das Sonnenlicht am Nachmittag. Ein Materl mit zwei flankierenden Bäumen bot einen zutiefst bayerischen Seelenfrieden. Alles schien irgendwie instinktiv richtig angeordnet und behutsam arrangiert. „Traumhaft schön!“ meinten oft die Freunde, wenn wir dort Halt machten.

Nun drängt sich ein in Meiling neugebautes landwirtschaftliches Betriebsgebäude in das herrliche Arrangement und stört den Weitblick. Breit und prall reflektiert es das Licht, die geometrische Fläche des Dachs stört die Harmonie der zufälligen Flächen der beiden Seen. Das Marterl mit den zwei Bäumen schaut jetzt direkt auf die betonierte Nutzfassade. Landschaftsschutz ist auch Prospektschutz. In unserer hochsubventionierten Intensivwirtschaftsdenke hat das alles keinen Platz und keine Schutzwürdigkeit. Naturerbe wird von Ökonomie, die sich nicht einmal rechnet, plattgemacht.

SB

Zersiedelung – Seen schimmern im Gegenlicht2022-03-13T19:07:54+01:00

Wörthsee soll kahler werden

Wörthsee soll kahler werden

Die Nachverdichtung der Bebauung in Wörthsee läuft. Alte Villen mit ihren Gärten müssen klotzigen Appartmentbauten weichen.

Die Gemeinde Wörthsee wird zugebaut. Foto: D.M.

„Unser Dorf soll schöner werden“

Unter diesem Titel wurden früher ländliche Gemeinden aufgefordert, sich aufzuhübschen. Das geschah mit mehr oder weniger großem Erfolg und es gab auch Preise.

Vielleicht gewinnt Wörthsee mal einen Preis mit dem Titel

„Unser Dorf soll kahler werden“

Mit dem neuen Hackschnitzelkraftwerk, dieser Wohnanlage, den Abholzungen im Kuckuckswald und vielen anderen Baumsünden wäre es wohl prädestiniert dafür.

D.M.

Wörthsee soll kahler werden2022-03-13T19:08:34+01:00

Energie sparen – Öl- und Gasimporte aus Russland stoppen

Energie sparen – Öl- und Gasimporte aus Russland stoppen

Deutschland bezieht zur Zeit  41,6% seiner Öl- und 49% seiner Gasimporte aus Russland. Diese Abhängigkeit, auf die er anscheinend 20 Jahre lang hingearbeitet hat, erlaubt es Putin, seine Rüstungsmaschinerie zu finanzieren, die jetzt auf die Ukraine losgelassen wurde. Ein Fünftel des russischen Staatshaushalts wird durch Öl und Gaseinnahmen finanziert. Die wirksamste Sanktion, die Putin massiv treffen würde, wäre, die Öl- und Gasimporte aus Russland zu stoppen. Einen Beitrag dazu kann jeder leisten. Energie sparen – Öl- und Gasimporte aus Russland stoppen
Thermostat Ventil

Der Ukraine helfen – Das Thermostatventil herunterdrehen. Foto: S. Bleek

Die TU Graz hat ausgerechnet, daß bei einem durchschnittlichen PKW bei 130 km/h Spritverbrauch und CO2-Emissionen im Schnitt um ein Drittel höher sind als bei 100 km/h. Bei Tempo 130 km/h sind die Durchschnittsemissionen 164 g CO2 / km (entspricht 6,2 Liter Diesel auf 100 km). Bei Tempo 100 km/h: 124 g CO2 / km (entspricht 4,7 Liter Diesel – minus 31,9 %).

Sprit sparen - Tempo drosseln, TU Graz

Einen Sofortbeitrag zur Reduzierung des Ölverbrauchs und der CO2-Emissionen kann auch ein Tempolimit bringen. Foto: S. Bleek

Demonstration gegen Ukrainekrieg

Protest gegen Ukrainekrieg am Münchner Odeonsplatz, 27.2.2022. Foto: S. Bleek

Der Ukraine sofort helfen

Wir alle wollen den Menschen in der Ukraine gerne helfen. Machtlos wären wir nicht. Schon bei der ersten Ölkrise 1973 wurden drastische Maßnahmen getroffen, den Ölverbrauch unmittelbar zu senken. Der Sonntag wurde autofrei, auf Autobahnen galt Tempo 100. Politiker, die noch im Krieg aufgewachsen waren, scheuten sich nicht, solche unpopulären Maßnahmen zu ergreifen. Sie wussten um die Erpressbarkeit bei zu hoher Abhängigkeit von Rohstoffen.

Heute gibt es solche Ideen (noch) nicht. Die Wohlfühlpolitik ist zwar gehörig auf den Bauch gefallen in der Ukraine Krise und mit einer gewaltigen Kehrtwende wollen alle jetzt eine Abkoppelung von Russland erreichen. Aber Öl- und Gasimporte sind von den Sanktionen ausgenommen. Richtig ist es jedenfalls, sich sofort nach neuen Lieferanten umzusehen, die es ja gibt. Um die Zeit bis dahin besser zu überbrücken und sofort die russischen Importe zu drosseln, würden ein Tempolimit und eine Reduzierung der Raumtemperatur in den Wohnungen beitragen.

Etwas weniger Komfort – deutliche Wirkung

Schon mit kleinen Veränderungen können wir unseren privaten Verbrauch an Öl und Gas senken.

Ein PKW braucht bei Tempo 100 30% weniger russisches Benzin als bei Tempo 130. Nachdem wir die Hälfte unseres Öls aus Russland beziehen, wäre Tempo 100 bereits ein kleiner Beitrag in die richtige Richtung, der ab heute wirken könnte.

Doch den größten Teil unserer Energierechnung macht das Heizen aus. 38% der CO2-Emissionen und daher auch des Verbrauchs von Öl und Gas im privaten Bereich, fallen durch den Energieverbrauch im Bereich Wohnen an (Statistisches Bundesamt 2012).

Ein Grad niedrigere Raumtemperatur in Wohnung oder Büro spart 6% an Energieaufwand für die Heizung, senkt also den privaten Verbrauch von russischem Gas oder Öl entsprechend. Eine um zwei Grad gesenkte Raumtemperatur führt zu einer Energieeinsparung von 12 Prozent. Wer Rollläden hat und die abends herunterlässt kann weitere 5% an Energieaufwand sparen. Wir verbrauchen pro Jahr etwa 16 Millionen Tonnen an Heizöl. 8 Millionen Tonnen davon sind russischen Ursprungs. Die müssen wir so schnell wie möglich ersetzen – oder einsparen. Dem Klima und der Ukraine nützt das Sparen sofort.

Frieren für Kiev muss man nicht, auch 20 Grad sind mit einem warmen Pullover bereits behaglich. Jeder kann also etwas tun und muss nicht daneben stehen und anderen beim Sterben zusehen. „How can you stand there and watch us die?“ fragen die Ukrainer – zu Recht.


SB. 1.3.22

Energie sparen – Öl- und Gasimporte aus Russland stoppen2022-03-02T10:18:29+01:00

Der Kuckuckswald liegt flach

Der Kuckuckswald liegt flach

Adieu Kuckuckswald mit deinen Buchen, den Fledermäusen, Vögeln, Kleingetier. Die Supermarktwelt ist wichtiger als ihr. So summieren sich die vielen kleinen Sünden zur großen Katastrophe, zu der in Glasgow gerade 40.000 Experten Lösungen suchen. Was im Kleinen nicht funktioniert, wird im Großen schwerlich machbar sein.

Der Kuckuckswald liegt flach2021-11-10T21:10:01+01:00

Die Zukunftswahl

Die Zukunftswahl

Die Bundestagswahl steht bevor. Angesichts des dramatischen Artensterbens und des rasanten Klimawandels steht der Wähler vor einer besonders wichtigen Entscheidung. Wir dokumentieren einige Prüfsteine und Initiativen von Umweltverbänden. „Endgame“ – ein „Weiter so“ kann es nicht geben und es ist unehrlich, den Wählern einzureden, dass es persönliche Abstriche nicht geben werde. Daher: #ZukunftWählen
Umleitung - aber wohin - zur Wahl 21

„Weiter so“ funktioniert nicht mehr. Viel zu lange hat die Politik versucht, den Klimawandel oder auch das Artensterben zu verharmlosen und den Bürgern einzureden, es gehe immer so weiter mit dem Versprechen des stetig wachsenden Wohlstands. Foto: S.B.

Klimawahlcheck

Das Video von Rezo zum Klimawandel

Ein sehr genau gemachtes Video legt den Finger auf offene Wunden der GroKo und besonders der CDU.

Aus datenschutzrechlichen Gründen benötigt YouTube Ihre Einwilligung um geladen zu werden. Mehr Informationen finden Sie unter Impressum / Datenschutzerklärung.
Akzeptieren

„Unsere Stimmen bewegen!“ – Der WWF zur Bundestagswahl

Der WWF schreibt: „die Klimakrise ist ein zentrales Thema in den Debatten zur Bundestagswahl geworden. Und zum Glück! Die nächsten vier Jahre sind entscheidend für den Klima- und Biodiversitätsschutz sowie für ein wachsendes nachhaltiges Wirtschaften. Zu diesen Themen hat der WWF sehr klare Positionen bezogen.“

Aus datenschutzrechlichen Gründen benötigt YouTube Ihre Einwilligung um geladen zu werden. Mehr Informationen finden Sie unter Impressum / Datenschutzerklärung.
Akzeptieren

Der Bund Naturschutz zur Bundestagswahl

Auch für den Bund Naturschutz ist die Bundestagswahl die Klimawahl. „Sie entscheidet darüber, ob Deutschland mutig vorangeht beim Klimaschutz und damit auch beim überlebenswichtigen ökologischen und sozialen Wandel unserer Gesellschaft. Wir helfen Ihnen, die Parteiprogramme auf wichtige Umwelt- und bayerische Aspekte hin abzuklopfen.“ Machen Sie den „Klimawahl-Check“.

Zukunft wählen!

Die Bundestagswahl wird darüber entscheiden, ob wir nun endlich wirksame Schritte zum Stop des Klimawandels gehen. Diese Schritte sind nach einhelliger Meinung der Wissenschaft dringend erforderlich und wir müssen sie gehen, auch wenn sie wehtun. Sonst zerstören wir die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder und unser Land.

Wählen Sie die „Weiter so“- Politiker ab. Vertreten Sie gegenüber (und in) allen Parteien die Priorität von Klimaschutz und vom Kampf gegen das Artensterben. Wir fordern von allen Parteien einen mutigen Durchbruch und deutlich mehr Tempo bei Klimaschutz und Energiewende! Die nächste Bundesregierung muss Maßnahmen ergreifen, um den Ausstoß der Treibhausgase in Deutschland um mindestens 70 Prozent bis 2030 zu senken. Damit der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2030 mindestens 80 Prozent beträgt, muss ihr Ausbau zügig vorangehen. Teilen Sie den Hashtag #ZukunftWählen.

Fotos und Beitrag: Stephan Bleek

Die Zukunftswahl2021-09-07T22:23:55+02:00

Tempo 130 für den Klimaschutz

Tempo 130 für den Klimaschutz

„Im Jahr 2018 verursachten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auf Bundesautobahnen in Deutschland Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 39,1 Millionen Tonnen ⁠Kohlendioxid-Äquivalente⁠ (CO2-Äquivalente). Durch die Einführung eines generellen Tempolimits von 120 km/h auf Bundesautobahnen würden die Emissionen um jährlich 2,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert. Selbst ein Tempolimit von 130 km/h würde die Treibhausgasemissionen bereits um 1,9 Millionen Tonnen, ein Tempolimit von 100 km/h sogar um 5,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr mindern.“

Umweltbundesamt, Tempolimit-Studie
Es gibt keinen vernünftigen Grund, in Deutschland nicht wie überall sonst auf der Welt ein Tempolimit einzuführen. Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamts spart diese Maßnahme im Jahr fast 2 Millionen Tonnen Co2 Äquivalente ein – und den Autofahrern eine Menge Geld an Spritkosten.

Die Deutschen. Beim Tempo durchaus keine Europäer oder Weltbürger.

Zwei Millionen Tonnen Co2 Einsparung pro Jahr ist nicht viel, angesichts von 500 Millionen Tonnen, die Deutschland jährlich insgesamt emitiert. Der Autobahnverkehr kommt auf 39 Millionen Tonnen. Da wären 2 Millionen Tonnen Einsparung schon nennenswerte 5%. Und, diese Einsparung ist sofort und umsonst zu haben. Der Autofahrer profitiert sogar durch geringeren Spritverbrauch. Der zeitliche Vorteil hoher Geschwindigkeiten, also Bleifuß-Fahrweise, ist laut Testfahrten von Auto, Motor, Sport verschwindend gering. Der sehr unruhige Verkehrsfluss auf deutschen Autobahnen vergrößert die Anzahl von Staus und verschlingt jeden vermeintlichen Zeitgewinn. Schwere Unfälle durch Raserei passieren immer wieder. Die Elektromobilität macht hohes Tempo vollkommen obsolet, die häufigen Nachladestopps führen dazu, dass der Raser sogar langsamer vorankommt als Elektra-Normalfahrerin.

Nun meint die deutsche Autoindustrie dennoch, dem Elektrofahrer den Reiz verrückt hoher Motorleistungen anbieten zu müssen. Der Porsche Taycan kommt mit 500 kW auf die Straße und beschleunigt in 2,8 Sekunden auf 100 Km/h. Diese Beschleunigung wirke wie ein schmerzhafter Schlag in den Nacken, stellt der ADAC fest – und gehöre im öffentlichen Straßennetz nicht einmal „im Ansatz ausprobiert“. Auch BMW bietet den neuen I4 mit bis zu 400 kW Leistung an. Das Spiel der Autobauer mit den Rennfahrerträumen soll also auch elektrifiziert weitergehen. Klimaneutralität im Autobahnverkehr damit wiederum Fehlanzeige.

Der Bundestag hat erst 2019 mit den Stimmen von Union, SPD, AfD und FDP ein Tempolimit abgelehnt. Lediglich die Grünen und die Linkspartei stimmten dafür. Inzwischen kamen Fridays for Future, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, die Unwetterkatastrophe. Es ist anzunehmen, dass die Politik weiterhin diese einfache Maßnahme ignorieren wird. Doch das Urteil der Verfassungsrichter verbietet den Gebrauch der Freiheit auf Kosten künftiger Generationen. Daraus folgen eine Abrüstung der Fahrzeuge und ein generelles Tempolimit durchaus zwingend.

SB

„Rein rechnerisch könnten mit den Ausgaben, die für die Vermeidung einer Tonne CO2 durch die Umstellung auf Elektroautos eingesetzt werden, 16 bis 20 Tonnen CO2 an anderer Stelle innerhalb des EU ETS (EU Emissionshandel) vermieden werden.“

Katharina Knuth, Eric Heymann, DB Reserach

P.S.: Für den Anfang tut es auch – freiwillig.

Nachtrag:

Das Forschungsinstitut der Deutschen Bank, DB Reserach, hat unlängst das sehr lesenswerte Papier „Vorfahrt der E-Mobilität vom Staat teuer erkauft“ veröffentlicht, in dem die Kosten der Förderung der E-Mobilität untersucht werden. Die Politik hat sich demnach zu einer wahren Förderorgie hinreißen lassen: „Zu den direkten Kaufprämien, die der Staat für Elektroautos gewährt, kommen weitere fiskalische Effekte während der Nutzung hinzu. (…) Über die gesamte Nutzungsdauer kommen fiskalische Effekte von mehr als EUR 20.000 zusammen, wenn in der gehobenen Mittelklasse ein BEV (Batteriefahrzeug – S.B.) statt eines Autos mit Verbrennungsmotor genutzt wird (direkte Förderung plus geringere Steuereinnahmen). Zum Vergleich: Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte pro Schüler lagen in Deutschland im Jahr 2019 bei EUR 8.200.“

Die Autoren Katharina Knuth und Eric Heymann resümieren: „Der Umstieg auf Elektromobilität leistet einen Beitrag für den Klimaschutz. Dieser wird durch technischen Fortschritt und Größenvorteile in der Produktion künftig noch größer werden. Vorerst ist der Klimaeffekt aber noch klein und teuer erkauft. Die CO2-Vermeidungskosten können die Schwelle von EUR 1.000 pro Tonne übersteigen.“

Er bemängelt auch: „Beim Blick auf die fiskalischen Effekte ist ferner die soziale Schieflage problematisch. Besserverdiener profitieren aktuell nämlich am meisten von den Fördermaßnahmen, während Geringverdiener (mit eigenem Auto) gemessen an ihrem verfügbaren Einkommen einen recht hohen Teil der Fördermaßnahmen zahlen.“

Nehmen wir also die Berechnung des Umweltbundesamts: Tempo 130 bringt (kostenlos) eine Ersparnis von 1,9 Millionen Tonnen CO2 Äquivalenten – pro Jahr. Die gleichen 1,9 Millionen Tonnen über die Förderung der Elektromobilität einzusparen, kostet derzeit mithin 1,9 Milliarden Euro an Fördermitteln – pro Jahr. Diese gibt die Politik gerne aus – vermutlich auf Pump. Den kostenlosen Schritt mit gleichem Effekt scheut sie jedoch zu gehen. So sieht Politik auf Kosten der zukünftigen Generationen aus.

Tempo 130 für den Klimaschutz2021-08-16T19:01:04+02:00

Das Geld auf dem Acker

Das Geld auf dem Acker

Ein lesenswerter Beitrag aus der FAZ zu den Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft.

Das Geld auf dem Acker2021-07-21T18:29:34+02:00
Nach oben