Ringelnattern wieder in Wörthseer Gärten

Ringelnattern wieder in Wörthseer Gärten

Ringelnatter in einem Wörthseer Garten, Juni 2021.

Ringelnatter in einem Wörthseer Garten. Foto: DM

Wir freuen uns, dass in einigen Wörthseer Gärten wieder Ringelnattern aufgetaucht sind. Die Ringelnattern sind streng geschützt, sie dürfen weder gefangen noch getötet werden.

Im tierfreundlichen Garten könnt ihr der Ringelnatter das bieten:

  • Einen Teich zum Jagen
  • Ein ruhiges Ufer zum Sonnen
  • Einen großen Komposthaufen zur Eiablage und zum Überwintern.

Vielleicht haben noch mehr von euch Lust, uns Fotos zu schicken.

Mehr zur Ringelnatter ist auf der Seite des NABU zu finden.

D.M.

Ringelnattern wieder in Wörthseer Gärten2021-06-24T18:59:21+02:00

Ein früher Musikant

Ein früher Musikant

Feldgrille

Feldgrille. Foto: Gerda Büttner

In unserem Garten ist es Sommer geworden. Eine Feldgrille hat sich ein kleines Erdloch gegraben und bewacht den Eingang der Höhle.
Ich habe mich über unseren Sommergast ein wenig schlau gemacht.

Die Feldgrille gehört zur Gattung der Heuschrecken. Die meisten heimischen Heuschrecken kann man erst ab etwa Mitte Juli hören, doch das Feldgrillen Männchen legt schon im Mai mit der Brautwerbung los.

Bei den scheuen Feldgrillen musizieren nur die Männchen, sie locken mit ihrer Musik die Weibchen an.
Ihr Zirpen ist vom späten Vormittag bis in die warmen Abendstunden in einem Umkreis bis zu 50m zu hören.
Die Grille ist mit ihrem großkugeligen, schwarzglänzenden Kopf und den langen Fühlern eine imposante Erscheinung.
Das stumme Weibchen ist an seiner Legeröhre zu erkennen. Es legt einige 100 Eier ab und hinterlässt sie ohne jegliche Brutpflege.

Die Feldgrille ist sehr wärmeliebend und wird vom Klimawandel sicher profitieren, so dass dort wo die Lebensräume stimmen ihr Rückgang hoffentlich gestoppt werden kann.

Gerda Büttner

Ein früher Musikant2021-06-24T17:28:12+02:00

Appell des Deutschen Naturschutzrings zum Insektenschutzpaket

Appell des Deutschen Naturschutzrings zum Insektenschutzpaket

“Der dramatische Rückgang der Insekten in unserer Landschaft hat gravierende Folgen für Umwelt und Landwirtschaft, daher dürfen wir den Insektenschutz nicht weiter auf die lange Bank schieben. Das monatelang verhandelte Insektenschutzpaket liegt bereits seit Februar zur Verabschiedung auf dem Tisch. Wir fordern die Verantwortlichen von CDU und CSU auf, endlich den Weg frei zu machen und ihrem Versprechen im Koalitionsvertrag nachzukommen, die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern. Der bereits ausverhandelte Kompromiss darf dabei nicht noch weiter abgeschwächt werden.”

Florian Schöne, Deutscher Naturschutzring

Das Insektenschutzpaket bestehend aus der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes und einer Novelle der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung droht zum Ende der Legislaturperiode am Widerstand von CDU/CSU im Bundestag und auf Landesebene zu scheitern. Vor diesem Hintergrund appelliert der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) gemeinsam mit 28 weiteren Umwelt- und Naturschutzorganisationen in einem Offenen Brief an die Vorsitzenden von CDU und CSU, sich für die Verabschiedung eines ambitionierten Insektenschutzpaketes einzusetzen.

Offener Brief von 21 Naturschutzorganisationen

Appell des Deutschen Naturschutzrings zum Insektenschutzpaket2021-06-22T18:27:28+02:00

Kleine Schritte im Garten – große Wirkung für Insekten

Im Garten an die Insekten denken

Mit kleinen Maßnahmen können Gartenbesitzer viel für unsere Bienen tun. Mit der Dichternarzisse zum Beispiel.
Dichternarzissen im Gartenbeet

Beet mit Dichternarzissen. Foto: DM

Dichternarzisse

Im Garten kann man mit den richtigen Blühpflanzen Insekten helfen, zu überleben. Zum Beispiel mit der Dichternarzisse. Foto: SB

Gekauftes und Wildes nebeneinander

Die weißen Dichternarzissen hab` ich auf Empfehlung von Biogärtnern im Herbst zum 1. Mal gesteckt. Sie blühen im späteren Frühjahr, duften , sind eine gute Bienenweide und eignen sich gut zum Verwildern.

Ringsum hat sich, außer dem Phlox ganz links, einiges wild angesiedelt:
Akelei, die hoffentlich bald blühen wird.

Das Scharbockskraut (herzförmige Blätter) hatte im März/April unzählige kleine gelbe Blüten. Es breitet sich gewaltig aus, lässt sich aber auch leicht entfernen.
Im Gegensatz zum Giersch, den fast alle Gartenliebhaber*innen hassen. Ich verwende ihn wie Spinat und mixe ihn in Smoothies rein. Trotzdem kann ich auf das Jäten dieser starken Pflanze nicht ganz verzichten.

DM

Auch Balkonpflanzen werden von Wildbienen geschätzt – nur die richtigen sollten es sein. Wir haben einige Glockenblumen, Lavendel und andere Bienenfreundliche Pflanzen gesetzt. Die Bienen kommen in großer Zahl und werden zu Fotomodellen….

Kleine Schritte im Garten – große Wirkung für Insekten2021-06-15T22:18:50+02:00

Den Klimawandel stoppen!

Den Klimawandel stoppen!

Das Bundesverfassungsgericht hat die Aufgabe, den Klimawandel zu stoppen, als Grundrecht definiert. Auszüge aus dem Urteil, das einstimmig ergangen ist.

Kein Weiter so! Auf Klage von Fridays for Future: Die Verfassungsrichter haben uns alle zum Umdenken verpflichtet! Foto: EPD

Der Prüfstand: Unsere Maßnahmen in allen Lebensbereichen müssen dem Klimaschutz verpflichtet sein. Foto S. Bleek

Kahlschlag-1

Kahlschlag: Auch dieser dämliche kleine Kahlschlag in Wörthsee hat das Verfassungsrecht der künftigen Generationen verletzt. Foto: SB

Tempolimit – jetzt ein Verfassungsauftrag an die Politik? Der Treibstoffverbrauch (und der Co2 Ausstoß) steigen im Quadrat zur Geschwindigkeit. Für E-Autos ist ein Tempolimit sowieso zwingend, wegen ihrer niedrigen Reichweite. Foto: SB.

“Im Jahr 2018 verursachten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auf Bundesautobahnen in Deutschland Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 39,1 Millionen Tonnen ⁠Kohlendioxid-Äquivalente⁠ (CO2-Äquivalente). Durch die Einführung eines generellen Tempolimits von 120 km/h auf Bundesautobahnen würden die Emissionen um jährlich 2,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert. Selbst ein Tempolimit von 130 km/h würde die Treibhausgasemissionen bereits um 1,9 Millionen Tonnen, ein Tempolimit von 100 km/h sogar um 5,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr mindern.”

Umweltbundesamt, Tempolimit-Studie

“Die leider schmerzhafte Ironie dieses Fristenproblems ist aber, dass wir zumindest im Bereich des Klimas die nötige Zeit zur schonenden Anpassung unseres Verhaltens nicht mehr haben. Bei konsequenter Weiterentwicklung und Einführung von Techniken erneuerbarer Energien kann die Menschheit in 20 Jahren wahrscheinlich einen klimatisch angemessenen wirtschaftlichen Entwicklungspfad erreichen. Doch dann wird das ,,globale Kohlenstoffbudget” längst aufgebraucht sein, das der Erde jetzt noch bleibt, um eine globale Erwärmung von deutlich über 1,5 Grad abzuwenden. In diesem Sinn war die Umweltpolitik der letzten 15 Jahre (genauer gesagt ihr Fehlen) ein schlimmer Zeitverlust. Man hat auf unhaltbare Weise versucht, die Utopie des 20. Jahrhunderts ins 21. Jahrhundert zu retten.”

Foto: SB.

Ernst-Ludwig von Thadden, Universität Mannheim, FAZ 30.5.2021

“Das Umsteuern in der Klimapolitik und im Umweltschutz wird direkte Auswirkungen auf das Leben fast aller Menschen haben, und viele werden Zeit brauchen, um darauf reagieren (zu) können. Wer in den letzten 20 Jahren ein Eigenheim mit Garten im Umland gekauft hat und täglich mit dem Auto zur Arbeit pendelt, würde von einer aus klimapolitischen Gründen angeratenen CO2-Steuer von 100 Euro pro Tonne existenziell betroffen.”

Foto: S.B.

Ernst-Ludwig von Thadden, Universität Mannheim, FAZ 30.5.2021

Kein Planet B. Foto: Niklas, Pixabay CC

1. Der Klimaschutz ist ein Grundrecht

„Ein unbegrenztes Fortschreiten von Erderwärmung und Klimawandel stünde aber nicht im Einklang mit dem Grundgesetz. Dem steht neben den grundrechtlichen Schutzpflichten vor allem das Klimaschutzgebot des Art. 20a GG entgegen, welches die Gesetzgebung – verfassungsrechtlich maßgeblich – durch das Ziel konkretisiert hat, die Erwärmung der Erde auf deutlich unter 2 °C und möglichst auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.“

2. Der Klimaschutz sichert die Freiheit

„Die Freiheitseinschränkungen fallen darum milder aus, je mehr Zeit für eine solche Umstellung auf CO2-freie Alternativen bleibt, je früher diese initiiert wird und je weiter das allgemeine CO2-Emissionsniveau bereits gesenkt ist. Muss sich eine von CO2-intensiver Lebensweise geprägte Gesellschaft hingegen in kürzester Zeit auf klimaneutrales Verhalten umstellen, dürften die Freiheitsbeschränkungen enorm sein.“

3. Der Staat ist in der Pflicht

„Der Staat ist durch das Grundrecht auf den Schutz von Leben und Gesundheit in Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG zum Schutz vor den Gefahren des Klimawandels verpflichtet. (…) Die Schutzpflicht des Staates aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG greift nicht erst dann ein, wenn Verletzungen bereits eingetreten sind, sondern ist auch in die Zukunft gerichtet.“

4. Der Schutz des Eigentums verpflichtet zum Klimaschutz

„Auch das Grundrecht auf Eigentum in Art. 14 Abs. 1 GG umfasst eine staatliche Schutzpflicht. Da infolge des Klimawandels auch in Deutschland Eigentum, insbesondere landwirtschaftlich genutzte Flächen und Immobilien, auf unterschiedliche Weise Schaden nehmen können, schließt Art. 14 Abs. 1 GG eine Schutzpflicht des Staates hinsichtlich der Eigentumsgefahren des Klimawandels ein.“

„Angesichts der großen Gefahren, die ein immer weiter voranschreitender Klimawandel auch für die durch Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG geschützten Rechtsgüter etwa durch Hitzewellen, Überschwemmungen oder Wirbelstürme mit sich bringen kann, ist der Staat hierzu sowohl den heute lebenden Menschen als auch objektivrechtlich im Hinblick auf künftige Generationen verpflichtet.“

5. Das Recht auf Klimaschutz besteht im Prinzip global

„Es erscheint prinzipiell denkbar, bedarf hier aber letztlich keiner Entscheidung, dass grundrechtliche Schutzpflichten den Staat auch gegenüber den in Bangladesch und in Nepal lebenden Beschwerdeführenden verpflichten, gegen Beeinträchtigungen durch den globalen Klimawandel vorzugehen.“

6. Politik ist zum Klimaschutz verpflichtet

„Gegenüber den in Deutschland lebenden Menschen erfüllt der Staat seine Pflicht, deren Grundrechte vor Verletzungen durch Klimawandelfolgen zu schützen, auf zwei verschiedenen Wegen. Zum einen muss er Maßnahmen ergreifen, die dazu beitragen, die Erderwärmung aufzuhalten. Zum anderen kann er die Grundrechte schützen, indem er Anpassungsmaßnahmen ergreift, die zwar nicht den Klimawandel, wohl aber dessen negative Auswirkungen auf die Grundrechte der in Deutschland lebenden Menschen abmildern.

7. Die bisherigen Maßnahmen bis 2030 waren verfassungswidrig

„Die Entscheidung des Gesetzgebers, bis zum Jahr 2030 die in § 3 Abs. 1 Satz 2 und § 4 Abs. 1 Satz 3 KSG in Verbindung mit Anlage 2 geregelte Menge an CO2-Emissionen zuzulassen, entfaltet eingriffsähnliche Vorwirkung auf die durch das Grundgesetz umfassend geschützte Freiheit der Beschwerdeführenden und bedarf verfassungsrechtlicher Rechtfertigung, … sind jedoch insoweit verfassungswidrig, als sie unverhältnismäßige Gefahren der Beeinträchtigung künftiger grundrechtlicher Freiheit begründen.“

8. Eine Freiheit, weiter den eigenen Co2 Abdruck zu ignorieren, gibt es für unsere Generation nicht

„Die Möglichkeiten, von grundrechtlich geschützter Freiheit in einer Weise Gebrauch zu machen, die direkt oder indirekt mit CO2-Emissionen verbunden ist, stoßen an verfassungsrechtliche Grenzen, weil CO2-Emissionen nach derzeitigem Stand im Wesentlichen unumkehrbar zur Erwärmung der Erde beitragen, der Gesetzgeber einen ad infinitum fortschreitenden Klimawandel aber von Verfassungswegen nicht tatenlos hinnehmen darf.“

„Aus dem Gebot der Verhältnismäßigkeit folgt, dass nicht einer Generation zugestanden werden darf, unter vergleichsweise milder Reduktionslast große Teile des CO2-Budgets zu verbrauchen, wenn damit zugleich den nachfolgenden Generationen eine – von den Beschwerdeführenden als ,Vollbremsung‘ bezeichnete – radikale Reduktionslast überlassen und deren Leben schwerwiegenden Freiheitseinbußen ausgesetzt würde.“

9. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen von der Politik beachtet werden!

„Durch Art. 20a GG ist dem Gesetzgeber eine permanente Pflicht aufgegeben, das Umweltrecht den neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen in der Wissenschaft anzupassen.“
„Weil bei der exakten Quantifizierung des Zusammenhangs zwischen CO2-Emissionen und Erderwärmung Unsicherheiten verbleiben, lässt Art. 20a GG der Gesetzgebung zwar Wertungsspielräume. Jedoch darf der Gesetzgeber seine Wertungsspielräume nicht nach politischem Belieben ausfüllen.“

10. Produktion, Dienstleistung und Konsum müssen zur Co2 Reduktion beitragen – jede Tätigkeit steht auf dem Prüfstand

„Praktisch verlangt die Schonung künftiger Freiheit hier den Übergang zu Klimaneutralität rechtzeitig einzuleiten. In allen Lebensbereichen – etwa Produktion, Dienstleistung, Infrastruktur, Verwaltung, Kultur und Konsum, letztlich bezüglich aller heute noch CO2-relevanten Vorgänge – müssen Entwicklungen einsetzen, die ermöglichen, dass von grundrechtlicher Freiheit auch später noch, dann auf der Grundlage CO2-freier Verhaltensalternativen, gehaltvoll Gebrauch gemacht werden kann.“

Alle Bürgerinnen und Bürger müssen jetzt unverzüglich beginnen, eigene Beiträge zur Co2 Reduktion zu leisten! Das sind wir unseren Kindern schuldig.

Artensterben und Klimakollaps

Die Gemeinde Wörthsee hat den Klimanotstand ausgerufen. Artensterben und Klimaprobleme hängen mit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise zusammen. Für unsere Zukunft brauchen wir:
  • eine Gemeindepolitik, die mögliche Maßnahmen gegen den Klimakollaps prüft und unternimmt;
  • eine Gemeindepolitik, die dem Artensterben aktiv begegnet;
  • eine Gemeindepolitik, die ihre Maßnahmen auf ihre Folgen für Natur und Landschaft prüft;
  • eine Gemeindepolitik, die den Schutz unserer einmaligen Landschaft ernst nimmt;
  • eine Gemeindepolitik, die Flächenverbrauch und Bodenversiegelung stoppt;
  • Einen Beitrag von jedem von uns. Prüfen Sie Ihre Verhalten auf mögliche Folgen für Klima, Natur und Tierwohl!

Im September könnten wir eine Regierung wählen, die handelt. Dafür müssten die Parteien schon mit starken Programmen antreten. Dazu bringen wir sie, indem Hunderttausende ein Versprechen abgeben: Bei der Bundestagswahl bekommt meine Stimme die Partei mit den besten Ideen zum Klimaschutz.

Machen Sie mit und unterzeichnen Sie jetzt den Klima-Pledge!

Klimapledge von Campact

Den Klimawandel stoppen!2021-06-04T22:02:10+02:00

Kein Klinikneubau im Landschaftsschutzgebiet!

Muster-foto-Klinikbau-200-betten

Das Foto zeigt eine Klinik mit 210 Betten, ein vierstöckiges Gebäude vergleichbarer Größe.

Kein Klinikneubau im Landschaftsschutzgebiet!
Wir geben hier den Text einer Petition wieder, die der BN Seefeld zum geplanten Klinikneubau in Seefeld-Hechendorf auf Change.org gestellt hat. Es ist zu befürchten, dass der Neubau in der Nähe des S-Bahnhofs Hechendorf in das einmalige Natur- und Landschaftsschutzgebiet “Eichenalleen und Buchenwälder bei Seefeld” gestellt werden soll.

Unterzeichnen Sie die Petition hier!

Petition gegen Klinikneubau
Die Planung

Der Landkreis Starnberg plant in Seefeld oder Herrsching einen Klinik-Neubau mit ca. 200 Betten. Dabei spitzt es sich auf einen Bauplatz im Landschaftsschutzgebiet in Seefeld zu.

Die Landschaft

Die vielfältige Natur- und Kulturlandschaft mit dem Aubachtal, Fauna-Flora-Habitaten und dem Eichenalleesystem ist noch in vielen Bereichen erhalten. Sie hat eine herausragende Bedeutung für die hier lebenden Bürgerinnen und Bürger und viele Erholungssuchende. Wir dürfen sie nicht zerstören.

BUND und Bürgerinitiative

Wir, der BUND Naturschutz Seefeld und die Bürgerinitiative Eichenallee, fordern den Starnberger Kreistag, Landrat Frey, den Seefelder Gemeinderat und alle anderen Entscheidungsträger*innen auf, keinen Krankenhausneubau im Landschaftsschutzgebiet zuzulassen.

In diesem Neubau sollen das bisherige Klinikum Seefeld (72 Betten) und die Schindlbeck-Klinik Herrsching (134 Betten) zusammengelegt werden. Begründet wird dies damit, es sei rentabler als der Betrieb von zwei Häusern mit ähnlicher Bettenanzahl. Eine Bedarfsanalyse sowie ein operativer Businessplan liegen derzeit der Öffentlichkeit nicht vor. Ein Fragenkatalog der Grüne/BI-Fraktion wurde öffentlich bisher nicht beantwortet.

Die Planer

Landrat Stefan Frey (CSU) und Klinik-Geschäftsführer Dr. Thomas Weiler fordern die Gemeinden Seefeld und Herrsching auf, eine Fläche für den Neubau bereitzustellen. Auf die Nachfrage im Rahmen des Ortsentwicklungsprozesses, ob für das neue große Krankenhaus auch Flächen im Landschaftsschutzgebiet geprüft werden, erinnerte der Seefelder Bürgermeister Kögel (CSU) daran, dass Seefeld zum großen Teil im Landschaftsschutzgebiet liege, es bliebe ja nicht mehr viel übrig für so ein großes Projekt.

Versiegelung von geschützter Landschaft

Wir warnen davor, einen solchen unwiederbringlichen Freiflächenverlust von mehreren Hektar geschehen zu lassen und weisen mit Nachdruck auf die Folgen hin. Ein Neubau dieser Dimension prägt den Ort für die nächsten Generationen und widerspricht massiv den Klima- und Artenschutzzielen.

Laut Artikel 20a des Grundgesetzes schützt der Staat auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen. Dies fordern wir für Seefeld ein.

Gründe gegen das Projekt

Wir sagen nein zu einem Klinikneubau im Landschaftsschutzgebiet, denn dieser

  1. zerstört unsere Kulturlandschaft, unsere Heimat und leistet der Zersiedelung Vorschub
  2. entwickelt den Ort zur einem anonymen Siedlungsbrei
  3. bedeutet einen Flächenfraß durch rasantes Wachstum des Ortes
  4. erhöht massiv den Auto-Verkehr
  5. leistet durch die Versiegelung einen Beitrag zur Klimaerwärmung und widerspricht den Klimazielen
  6. führt zum Verlust fruchtbarer Böden und damit zum Verlust von Flächen für die Ernährung der Bevölkerung
  7. beeinträchtigt den Wasserhaushalt und reduziert die Wasserspeicherkapazität
  8. vernichtet Lebensraum für Fauna und Flora
  9. durchschneidet Populationsvernetzungen für gefährdete Tierarten
  10. verursacht Lichtverschmutzung, die zum Insektensterben führt
  11. bedeutet Kosten für den Ausbau der Infrastruktur: Straßenbau und -Instandhaltung, Wasserversorgung und Abwasser, Tagwasserkanäle, Parkplätze, Wohnungen, Zuzug, Kindergartenplätze etc.

Wir stellen uns die Frage, ob diese Verluste angesichts der derzeitigen Überversorgung an Krankenhausbetten gerechtfertigt sind. Diese bestätigt die Klinik Seefeld GmbH in ihrem neuesten Jahresbericht (Suche nach „Klinik Seefeld“ im Bundesanzeiger):

Mehr Krankenhausbetten pro Einwohner als in München

„Im Landkreis Starnberg existieren acht Krankenhäuser mit einer Gesamtbettenkapazität von ca. 1.200 Betten und einer durchschnittlichen Dichte von 10,3 aufgestellten Betten je 1.000 Einwohner, welche nur noch durch die Situation in der Bundeshauptstadt Berlin übertroffen wird. Diese Bettendichte liegt zudem oberhalb der Bettendichte für die Stadt und für die Region München.“

Es geht hier also offenbar nicht um die notwendige Grundversorgung der Bevölkerung, sondern um den Versuch der Verbesserung der Wettbewerbssituation des Klinikverbunds. Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser ist durch Corona angespannt. Daher fordern wir umso mehr, besondere Sorgfalt bei öffentlichen Neuinvestitionen walten zu lassen und diese genau zu prüfen. Insbesondere sollte die Einengung der Standortsuche auf die Gemeinden Seefeld und Herrsching hinterfragt werden.

Weitere Verstädterung

Ein 200-Betten-Haus wird unseren Ort für immer verändern und hin zu einer Verstädterung treiben. Kliniken einer solchen Größe sind normalerweise in Kreisstädten wie Landsberg (218 Betten) oder Weilheim (160 Betten) angesiedelt.

Das Bild oben zeigt die Albert-Schweitzer-Klinik im niedersächsischen Northeim, ein vierstöckiges Haus vergleichbarer Größe mit 210 Betten (Luftbild).

Wir dürfen einer solchen zügellosen Versiegelung im Landschaftsschutzgebiet nicht tatenlos zusehen und zählen auf eure Unterstützung!

Kein Klinikneubau im Landschaftsschutzgebiet!2021-06-07T10:55:18+02:00

Ortsbild von Wörthsee in Gefahr

Ortsbild von Wörthsee in Gefahr

Neubauten gefährden das Ortsbild von Wörthsee. In diesem Beispiel am Burgselberg wird neu gebaut ohne Rücksicht auf daneben oder dahinter stehende Gebäude. Am Burgselberg hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die die Gemeinde auffordert, endlich verbindliche Bebauungspläne aufzustellen. Vor der Kommunalwahl hatten sich alle Parteien für die Erhaltung des Ortsbildes von Wörthsee eingesetzt.
Neubau Burgselberg

Neubau am Burgselberg. Auch das rechts daneben stehende Landhaus wird möglicherweise bald abgerissen.

Text der Bürgerinitiative Burgselberg:

Die Aufregung ist groß. Anlass ist ein exponierter Neubau am Burgselberg im Ortsteil Steinebach, der nunmehr das Orts- und Landschaftsbild, vom See her betrachtet, dominiert. Es kommt hinzu, dass er mit seinen vier Geschossen die bisher das Ortsbild prägende und oberhalb liegende denkmalgeschützte Villa nahezu vollständig verdeckt. Diese hatte über 100 Jahre dem See und dem Ort einen eigenen Charakter verliehen. Freilich entstanden neben und um ihr im Laufe der Zeit architektonische Bausünden. Diese verließen zwar die gewachsenen Strukturen, beeinträchtigten jedoch nie die Umgebung so intensiv wie der jetzt hingesetzte rechteckige Betonbau.

Ein Bebauungsplan – zu viel Arbeit?

Die Gemeinde hatte versucht, die bauliche Entwicklung am Burgselberg durch einen Bebauungsplan zu steuern, auch um bauliche Exzesse zu verhindern. Da man jedoch den Aufwand scheute, wurde das Unterfangen wieder eingestellt. Die Folge war, dass der auswärtige Erwerber des Baugrundstücks unter Berufung auf die umliegenden Bausünden die maximale Ausnutzung des Baurechts erreichte. Und dies ohne Rücksicht auf die Beeinträchtigung des Ortsbildes und die hinter dem Baugrundstück liegende denkmalgeschützte Villa.

Wird das Beispiel Schule machen?

Die Anlieger am Burgselberg befürchten nun, dass die weiter zur Bebauung anstehenden Grundstücke sogar noch intensiver und höher bebaut werden könnten, wie der jetzt erstellte Betonbau. Denn nach der Systematik des Baugesetzbuches prägt auch ein architektonischer Missgriff die Umgebungsbebauung. Von dem den ganzen See dominierenden Burgselberg, der schon auf den alten Kupferstichen von Michael Wenig aus dem 17. Jahrhundert als bewaldeter Berg abgebildet ist, würden nur noch aufeinandergeschichtete Betonwürfel übrig bleiben. Sie haben sich deshalb an die Gemeinde gewandt und gebeten, doch endlich einen Bebauungsplan aufzustellen, damit nicht auch noch der Rest des Hangs zerstört wird.

Bei einer Ortsbegehung mit Anwohnern hatten die anwesenden Gemeinderäte nahezu unisono gesagt, dass auch sie über den jetzt errichteten Betonklotz nicht glücklich seien. Aber man habe das nicht verhindern können, da ja schon früher in der näheren Umgebung einige “Bausünden” genehmigt worden seien. Außerdem sei das Landratsamt Starnberg zuständig und dort interessierte man sich anscheinend weder für die Beeinträchtigung des Ortsbildes noch für den Denkmalschutz der Villa.

Die Gemeinde muss ihrer Verantwortung gerecht werden!

Eine Antwort der Gemeinde, ob diese weiter die bauliche Entwicklung treiben lassen oder ihrer Verantwortung nach dem Baugesetzbuch zur Bauleitplanung nachkommen wolle, steht bislang aus. Nahezu alle im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen hatten sich vor der Kommunalwahl für die Erhaltung des Ortsbildes von Wörthsee eingesetzt. Die Anlieger hoffen, dass diese Verspechen auch nach der Wahl noch gelten und auch der gesetzliche Auftrag der Gemeinde aus dem Baugesetzbuch, die bauliche Entwicklung im Gemeindegebiet zu leiten, von dieser erfüllt wird.

Text: Bürgerintiative Burgselberg. R. Engel

Ortsbild von Wörthsee in Gefahr2021-06-05T15:19:21+02:00
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