Hackschnitzelheizwerk: Gemeinde in der Falle

Wir hatten bereits 2022 und 2024 auf die Problematik des von der Gemeinde Wörthsee geplanten Nahwärmenetzes hingewiesen, das mit einem Hackschnitzelheizwerk befeuert werden soll. Aus ökologischer Sicht sprechen, wie von uns erläutert, zahlreiche Gründe gegen dieses Vorhaben, das aus einer vergangenen Zeit zu stammen scheint. Trotz aller Bedenken wird nun bereits gebaut. Aber inzwischen stehen die Planungen für Wohnungen am Teilsrain erneut vor einem Aus. Das heißt, dem Netz fehlt ein wichtiger Abnehmer. Die Kosten für Anschlusswillige dürften explodieren. Die Gemeinde läuft in ein teures Risiko hinein.

Waldrestholz

Am Teilsrain: ein Trümmerhaufen. Foto: Stephan Bleek

Das geplante Kraftwerk – häßlich, ortsbildstörend, unwirtschaftlich. Simulation.

Das Wohnungsprojekt am Teilsrain steht unter einem unglücklichen Stern. Nachdem zunächst das Genossenschaftsprojekt gescheitert ist, hat nun der Investor „Bredow Baukultur“ eine Kehrtwende vom Mietwohnungsbau zum Eigentumswohnungsbau vornehmen wollen. Der Gemeinderat lehnt jedoch dieses Vorhaben mit 9 zu 7 Stimmen ab. Das Eigentumsprojekt hätte vorwiegend Ein- oder Zwei-Zimmer Wohnungen umfassen sollen. Laut Investor das, was der Markt braucht. Man fragt sich verwundert, wie denn Familien mit Kindern – unseres Erachtens das, was die überalterte deutsche Gesellschaft dringend braucht – nun in diesen Wohnungen sich einrichten könnten. Diese Thematik sei dahingestellt. Am Ende der Sitzung, nach dem ablehnenden Beschluss, bemerkt die Bürgermeisterin, „dass sie die Verantwortung für der Gemeinde entstehende Kosten für das Nahwärmenetz nicht übernehmen werde“. (Zitat: Hanna von Prittwitz, Münchner Merkur vom 12.11.25)

Kein wirtschaftlicher Betrieb?

Im Klartext heißt dies, dass durch die nun nicht mehr zeitnah mögliche Bebauung des Areals das Nahwärmenetz nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Wir hatten bereits im Februar 2024 geschrieben:

„Derzeit liegt die Planung aufgrund der Finanzierungsprobleme des Teilsrain-Wohngebiets auf Eis und es bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde doch noch innehält. Es sollte jetzt zunächst ein kommunaler Energienutzungsplan sowie ein kommunaler Wärmeplan mit breiter Bürgerbeteiligung erstellt werden, der auch das Hackschnitzelwerk auf den Prüfstand stellt. Diese Planungen würden die Gemeinde wegen der hohen Förderungen wenig kosten und sind daher mehr als angeraten.“

Nun ist der Schlamassel da. Denn das Heizwerk ist im Bau. Und die Verantwortung trägt am Ende selbstverständlich die Bürgermeisterin, unter deren Ägide das Projekt vorangetrieben wurde. Auch jetzt noch wäre ein sofortiger Baustopp möglicherweise billiger, als die Fertigstellung einer Anlage, die ökologisch falsch und wirtschaftlich eine Fehlinvestition mit hohen Folgekosten ist. Egal, ob am Teilsrain gebaut wird oder nicht.

Auf dem Teilsrain Areal sollten, anstatt 78 kleine Schlafstadtschachtelwohnungen zu bauen, nun besser Planungen für ein modernes „Co-working- Co-living“ Areal aufgenommen werden, in dem Alt und Jung zusammen leben und arbeiten können. Also eine integrierende Umgebung, in der Wohnen und Arbeiten unter einem Dach vereint werden. Warum nicht als ein neues Genossenschaftsprojekt? Auf dem geplanten Workshop sollten zukunftsweisende Konzepte erörtert werden, statt eine gescheiterte Planung mit Flickwerk einem bereits jetzt gescheiterten Nahwärmenetzprojekt anzupassen.