WörthZero

Wörthzero Logo

Klimaschutz und Schutz der Biodiversität bedingen einander. WörthZero ist eine Initiative zur Förderung der Energiewende in Wörthsee. Vor einigen Jahren schon hat die Gemeinde den Klimanotstand erklärt. Wir wollen helfen, die Gemeinde bis 2035 klimaneutral zu bekommen.

Dazu wollen wir verschiedene notwendige und mögliche Schritte dokumentieren. Wir wollen Meilensteine vorschlagen und die Fortschritte zur Erreichung des Ziels anschaulich machen. Alle Bürger sind eingeladen, ihre Expertise und ihren Ideenreichtum einzubringen, um die Jahrhundertaufgabe Dekarbonisierung erfolgreich zu bewältigen.

Integriertes Klimaschutzkonzept-5-Seen Land von 2010

Das Integrierte Klimaschutzkonzept Fünfseenland wartet auf raschere Umsetzung.

Null Energiehaus Woerthsee

Null-Energiehäuser sind in Wörthsee die Ausnahme geblieben. Foto: Muldentraße, Null-Energie-Haus, S. Bleek.

Reduktionspfad Treibhausemissionen Wörthsee

In Zukunft muss es schnell herunter gehen. Aber es ist machbar! Grafik: German-Zero.

Energie-Atlas Bayern

Im Energie-Atlas Bayern sind Daten und Fakten von der Staatsregierung aufbereitet worden. Foto: Webseite

Vor nunmehr 14 Jahren wurde das „Integrierte Klimaschutzkonzept 5 Seen-Land“ erarbeitet, das folgendes Ziel ausgab: „Das Fünfseenland hat sich – als Beitrag zum Klimaschutz – das Ziel gesetzt, die Region im Jahr 2035 zu 100 % mit Erneuerbarer Energie zu versorgen.“ Das Konzept ist zu finden auf der Webseite der Gemeinde Wörthsee. Unsere Gemeinde hat zudem per Gemeinderatsbeschluss vom Juli 2019 den „Klimanotstand“ ausgerufen. Auch dies findet sich auf der Gemeinde-Webseite.

Bis 2035 sind es noch 11 Jahre, drei Jahre weniger, als die Zeit ausmacht, die seit 2010 verstrichen ist. Es ist also höchste Zeit zu klären, wo wir inzwischen stehen und mit konkreten Vorstellungen, Maßnahmen und Milestones den verbleibenden Weg ins Auge zu fassen. Wir brauchen den kommunalen Wärme- und Energieplan!

Was heißt „zu 100% mit erneuerbarer Energie zu versorgen“?

Wir reden nicht nur von einer Umstellung etwa der bestehenden Stromversorgung auf Erneuerbare, sondern auch von der Heizung, der Mobilität. Also vom direkten Verbrauch an fossiler Energie in Form von Öl, Gas, Kohle. Darüber hinaus wäre für eine wirkliche Klimaneutralität noch weit mehr erforderlich. Die genutzten Baustoffe müssen auf ihren CO2 Abdruck geprüft werden, die Lebensmittel, die Konsumgüter. Neu zu bauende Häuser müssen Nullenergie Häuser sein. Die Region kann nicht so tun, als sei allein ihre Versorgung Thema, es geht auch um den Konsum von Produkten, die anderswo erzeugt werden und in die Region geliefert werden. Auch diese sollen ohne fossile Energie hergestellt werden.

Gegenwärtig liegt der CO2 Ausstoß laut Umwelt Bundesamt im Durchschnitt pro Kopf bei 11,6 Tonnen. Dabei werden die gesamten Emissionen in Deutschland einbezogen und auf den einzelnen Bürger umgerechnet. Mit dem CO2 Rechner des UBA kann jeder seinen tatsächlichen Beitrag dazu selbst berechnen. Faktoren wie Ernährung, Fernreiseverhalten und ähnliche persönliche Entscheidungen muss jeder mit sich ausmachen. Allerdings können wir auf Gemeindeebene wesentliche Faktoren beeinflussen, das sind vor allem die Reduzierung fossiler Energien für Heizung, Haushalt und Alltags-Mobilität, bei der Bodennutzung oder der Gewerbeausübung. Und Flächen wie Waldstücke, Gärten, Wiesen und Äcker im Gemeindereich sind natürlich aktive CO2 Speicher, auch die müssen mit Bedacht bewirtschaftet und können zu höherer Leistung entwickelt werden.

Um ein Bild der Lage im Gemeindebereich zu zeichnen, haben wir versucht, aus den 2010 im Klimaschutzkonzept ermittelten Anforderungen die in den nächsten 11 Jahren erforderlichen und möglichen Schritte abzuleiten.

In den vergangenen Jahren haben sich bundesweit Initiativen gegründet, die sich „LocalZero“ nennen. Daher der Name auch dieser Initiative: WörthZero.

Wie ist die Ausgangssituation?

Unsere Gemeinde hat 5000 Einwohner, 1621 Wohngebäude mit 2466 Wohnungen, davon 1210 Einfamilienhäuser, 4366 Kraftfahrzeuge, davon 3516 PKW, 1800 Beschäftigte am Wohnort, eine nennenswerte Zahl an Gewerbebetrieben, in Personen 375 Umsatzsteuerpflichtige, die etwa 165 Mio. Euro an umsatzsteuerpflichtigen Lieferungen und Leistungen erbracht haben, und landwirtschaftliche Betriebe. Quelle für diese Zahlen ist die Genesis Datenbank des bayerischen Landesamts für Statistik.

Für die Energiewende zur Klimaneutralität sind viele Themen in der Gemeinde zu klären, zu denen wir auf jeweils eigenen Seiten Grundgedanken ausführen wollen.

Können wir 1,5 Grad?

Die bereits erwähnte Studie von 2010 fokussiert sich vor allem auf den Wärmebedarf und dessen Erzeugung, die Gebäudesanierung sowie auf Stromerzeugung und -verbrauch. Wir haben zu wichtigen Themenbereichen erste Ideen zusammengestellt, die über die folgenden Links zu lesen sein werden. Wir rufen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auf, an diesen Themen mit eigenen Ideen weiterzuarbeiten und sich zu vernetzen. Kontakt.

Kommunaler Wärmeplan – jetzt!

Unsere privat aus den veröffentlichten Durchschnittsdaten zusammengestellten Abschätzungen können (und wollen) eine kommunale Wärme- und Energieplanung nicht ersetzen. Sie ist der wichtigste Schritt, zu klaren Maßnahmen anzuregen. Die Aufstellung eines Wärmeplans wird die Gemeinde etwa 50.000 – 60.000 Euro kosten, von denen 66% bezuschusst werden.

Es gibt keinen vernünftigen Grund damit weiter abzuwarten. Die Wärmeerzeugung ist der größte Brocken im Verbrauch fossiler Energie. Für die vielen privaten Haushalte, die zum Beispiel vor der Umstellung ihrer Heizungsanlagen stehen, bietet eine kommunale Planung die Chance, jetzt die richtigen Investitionen zu tätigen. Es macht beispielsweise gar keinen Sinn, kurzfristig noch schnell Gasheizungen zu kaufen, wenn in wenigen Jahren Erdgas wegen der Co2 Bepreisung sehr teuer werden wird. Und Wasserstoffgas, von dem viel geredet wird, steht überhaupt noch nicht zur Verfügung und wird dringend in der Industrie benötigt.

Aber wie können elektrische Wärmepumpen gut arbeiten? Gibt es Möglichkeiten, Erdwärme zu nutzen? Braucht es wirklich Fußboden- oder Wandheizung? Wie kann ich die Dämmung verbessern? Wir kennen Beispiele von 1960er Jahre Altbauten, die ohne Probleme mit einer Wärmepumpe über die alten Heizkörper behagliche Raumtemperaturen erzeugen. Insofern kann man den Umstellungen in der Regel gelassen entgegensehen.

Für all diese Fragen müssen wir die besten Lösungen am Ende in jedem Einzelfall ermitteln. Denn die Zeit drängt, das vor 14 Jahren gesetzte und bislang bei weitem verfehlte Ziel des klimaneutralen Landkreises in nur 11 Jahren bis 2035 noch zu erreichen.

Klima und Schutz der Biodiversität

Der Schutz der Biodiversität und der Klimaschutz ergänzen sich auf verschiedene Weise:

  1. Ein intaktes Ökosystem trägt zur Regulierung des Klimas bei, indem es Kohlenstoff speichert und das lokale Klima stabilisiert. 

  2. Biologische Vielfalt spielt eine wichtige Rolle zum Beispiel bei der Erhaltung von Wäldern, die große Mengen Kohlenstoff speichern können und so Treibhausgasemissionen kompensieren.

  3. Artenvielfalt ermöglicht es Ökosystemen, sich an sich ändernde Bedingungen anzupassen und so ihre Fähigkeit zur Kohlenstoffspeicherung aufrechtzuerhalten.

  4. Viele der Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und zur Bekämpfung des Klimawandels können sich gegenseitig verstärken. Zum Beispiel kann die Wiederaufforstung nicht nur zur Erhaltung der Biodiversität beitragen, sondern auch als Kohlenstoffsenke dienen.

  5. Viele der Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt, wie Landnutzungsänderung, Entwaldung und Übernutzung natürlicher Ressourcen, sind auch Haupttreiber des Klimawandels. Durch die Bekämpfung dieser Ursachen können wir sowohl den Schutz der Biodiversität als auch den Klimaschutz fördern.

Der Schutz der Biodiversität und der Klimaschutz sind eng miteinander verbunden. Maßnahmen zur Förderung beider Ziele können sich gegenseitig verstärken.