Ist Ruhe erste Bürgerpflicht?

Ist Ruhe die erste Bürgerpflicht?

Ruh ist die Bürgerpflicht

Wir sollten nun ruhig sein, wir hätten schließlich verloren. Glossen, satirische Polemik oder nochmaliges Benennen von Täuschungen und Finten, all das sollten wir sein lassen, sonst seien wir „schlechte Verlierer“. So tönt es uns aus den Regionalblättern und von der Bürgermeisterin entgegen. Das klingt ein bisschen so, wie wenn strenge Eltern ihr Kind ermahnen, doch endlich still zu sein, wenn es einen ungehörigen Wunsch geäußert hat.

Ich finde, das ist ein seltsames Demokratieverständnis und eine seltsame Einstellung zur Meinungsfreiheit. Wir haben mehrmals versucht, von unserer Bürgermeisterin Antworten auf Fragen zum Ratsbegehren zu bekommen, auch jetzt haben wir wieder gefragt, wie sie zu der plötzlich aufgehobenen Verknüpfung von Supermarkt und Genossenschaftswohnungen steht. Antworten haben wir nie erhalten.

Soll man dieses Schweigen totschweigen?

Oder sollen wir von den jungen Leuten lernen, die rufen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“

Den Mund halten und zuschauen hat noch nie was verändert, nur wer laut ist, hat die Chance dazu.

Im Merkur hieß es: „Der Ton macht die Musik“, sprich, wir hätten uns im Ton vergriffen. Aber ist das guter Ton, wenn man gar keine Antworten gibt wie die Bürgermeisterin? Das ist gar kein Ton!

Es soll „Friede“ einkehren im Dorf. Wie kann der aussehen? Blümchen und Vögel zählen und still dabei zusehen, wie sie immer weniger werden? Alles schlucken, was von oben kommt? Sich nicht mehr beschweren, wenn unzählige Bäume gefällt werden?

Wir sollen „an eine gemeinsame Weiterarbeit“ herangehen. Wir arbeiten schon seit einiger Zeit mit der Umweltbeauftragten der Gemeinde, Frau König-Schmidtbauer, zusammen, aber wie sollen wir mit dem Supermarktinvestor zusammenarbeiten? Schwierig, denn auch er hat auf unseren Brief nicht geantwortet!

Fakt ist: Mundhalten und zuschauen geht heute nicht mehr, wenn wir unseren Kindern und allen nachfolgenden Generationen eine einigermaßen lebenswerte Welt hinterlassen wollen. Wir haben schon viel zu viel Zeit vertan, deshalb sofort:

Packen wir es gemeinsam an!

DM und HW

Ist Ruhe erste Bürgerpflicht?2021-05-30T20:58:26+02:00

Finte? – Ein Offener Brief

Finte.

Supermarkt und Wohnungen – doch 2 Paar Stiefel!

Das “Ratsbegehren” verknüpft Vollsortimenter und Wohnungsbau. Dem Vernehmen nach gibt es ein Rechtsgutachten, das diese Verknüpfung für unzulässig hält.

Bündnis: Rettet den Kuckuckswald

Offener Brief :

Machte die erfolgreiche „Finte“ das Ratsbegehren zum Gewinner?

 

Sehr geehrte Frau Muggenthal,

leider wollten Sie unsere Fragen nicht beantworten, während das Bürgerbegehren lief. Wir wurden lediglich auf die „Projektzeitung“ verwiesen.

Wir hätten Sie z.B. gerne gefragt, warum Sie in Ihrem Ratsbegehren den Bau des Supermarktes mit dem Bau der Genossenschaftswohnungen unnötigerweise verknüpft haben. Auch viele Wörthseer*innen haben sich diese Frage gestellt.

Schon 2 Tage nach der Entscheidung, ist diese Verknüpfung anscheinend auf einmal wie weggeblasen. Wir erfahren aus der Zeitung, dass Sie die Genossenschaftsbauten doch auch dann weiter verfolgt hätten, wenn das Bürgerbegehren gewonnen hätte. Im Starnberger Merkur vom 23. März 2021 werden Sie mit diesen Worten zitiert:

„Wenn sich das Bürgerbegehren durchgesetzt hätte, hätten wir den Text (gemeint ist der Auslobungstext für den Architektenwettbewerb zum Genossenschaftsbau) natürlich ändern und erneut abstimmen müssen.“

Das heißt für uns und alle anderen, die das lesen: Die Genossenschaftswohnungen wären also doch auch ohne Supermarkt gebaut worden.

Sie und die Mehrheit des Gemeinderats haben also den Wörthseer Bürger*innen vorgetäuscht, dass sie mit dem Nein zum Ratsbegehren gleichzeitig g e g e n die Genossenschaftswohnungen stimmen würden. Wir wissen durch Gespräche mit Bürger*innen, die im Dezember das Bürgerbegehren unterzeichnet hatten, dass sie wegen dieser Verknüpfung mit Ja zum Ratsbegehren abgestimmt haben. Sie wollten nicht „schuld“ daran sein, dass die Genossenschaftswohnungen scheitern. Die Abstimmung hätte also ohne diese Verknüpfung ganz anders ausgehen können.

Und nun ist auf einmal alles nicht so gemeint.

Auch wenn wir das Ergebnis wohl erstmal akzeptieren müssen, so heißt das doch:

Die Abstimmung fand unter Vortäuschung falscher Tatsachen statt!

Oder haben Sie eine andere Erklärung für diesen Vorgang?

Mit freundlichen Grüßen

Doja Muggenthaler

Hanna Weber

Michael Benzinger

Finte? – Ein Offener Brief2021-04-03T18:32:27+02:00

Kommentar zum Ergebnis

Kommentar zum Ergebnis

Das Bündnis “Rettet den Kuckuckswald” hat es nicht geschafft. Wir danken allen Bürgern, die uns beim Bürgerentscheid in Wörthsee unterstützt haben. Die Gemeinde muss jetzt ihr Kuckucksei ausbrüten, falls es nicht noch eine unverhoffte Wende geben sollte. Auch in Zukunft werden wir versuchen, die Gemeindepolitik für mehr Naturschutz, mehr Klimaschutz und maßstäbliche Ortsentwicklung zu verändern.

Das neue Zentrumsgebäude von Wörthsee. Montage.

Verheddert im Interessengeflecht…

Kommentar zum Ergebnis

Pyrrhus-Sieg

Ja, sie haben gewonnen, sie haben sogar ziemlich deutlich gewonnen.

Es wäre ein wirkliches Wunder gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Aber es ist nicht nur für uns eine Niederlage, sondern auch für sie, auch wenn sie es jetzt nicht so sehen.

Es ist eine Niederlage für den Kuckuckswald, für die Artenvielfalt, fürs Klima, die letztendlich die Supermarktfreunde genauso treffen wird wie uns, noch mehr ihre und unsere Enkel.

Außerdem ist es eine Niederlage für die Demokratie, weil die Gemeinderatsmehrheit und die Bürgermeisterin mit ihrer rechtlich sehr umstrittenen Koppelung von Supermarkt und Wogenobebauung durchgekommen sind. Davon haben sich sicher viele Wörthseer*innen bei ihrem Abstimmungsverhalten beeinflussen lassen.

Wird jemand gegen das Monstrum klagen? Verbände könnten es, ebenso Nachbarn. Ich bin gespannt, ob sich jemand findet. Dann könnte es passieren, dass ihnen das fintenreiche Ratsbegehren letztendlich doch um die Ohren fliegt und wir dort doch noch einen nachhaltigen Laden bekommen.

Was bedeutet die ganze Geschichte für die Initiative für Artenvielfalt?

Viele sagen, wir hätten mit 1/3 der Stimmen immerhin einen Achtungserfolg errungen. Wir sind bekannter geworden, wir haben viel Zuspruch bekommen und neue Interessent*innen gewonnen. So gestärkt werden wir uns weiter einmischen die anstehenden Aufgaben, wie Schutz unserer Wälder, des Seewassers und der Reste der Artenvielfalt jetzt angehen.

Vielleicht können wir in einem größeren Rahmen, als Wörthsee for Future, weitermachen, nach dem Motto:

„Wer kämpft, kann verlieren.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“

DM

Kommentar zum Ergebnis2021-05-30T21:14:56+02:00

Das Kuckucksei: Nachlese zum Bürgerbegehren

Das Kuckucksei – eine Glosse

Der Bürgerentscheid fiel deutlich aus. Nur ein Drittel der Stimmberechtigten hat sich gegen das Supermarktprojekt entschieden. Das sind immerhin doppelt so viele wie 3 Gemeinderäte von 17 ausmachen. Viele Bürger sind also im Rat derzeit nicht angemessen repräsentiert. Gegen die Koalition aus CSU, der Mehrheit der Freien Wähler, Wörthsee-Aktiv und sogar einzelnen grünen Gemeinderäten konnten die Bürgerinitiative und die Unterstützer aus den Reihen der Grünen nur verlieren. Bitter für Artenvielfalt und Klimaschutz ist es schon, wenn Investor und Gemeinderat jetzt zügig Fakten schaffen. Das Kuckucksei des 2. “Vollsortimenters” wird nun also ausgebrütet.

Schönes neues Wörthsee. Foto: S. Bleek

Wörthsee stimmt für mehr Artenvielfalt. 1,49, 1,69, 1,15 … Foto: Marketing.

Ratsbegehren verknüpft 2 Fragestellungen – rechtlich unzulässig? Foto Muster

Zentrumsqualität. Foto: Marketing REWE

Die trickreiche und unredliche Verknüpfung der Wohnbebauung am Teilsrain mit dem Vollsortimentervorhaben im „Ratsbegehren“ wird einige Skeptiker des Vorhabens unter den Bürgern bewogen haben, am Ende für das Ratsvorhaben zu stimmen. Auch das fragwürdige „Greenwashing“ eines – überflüssigen – Baukörpers oder die beredte Verklärung einer illusionären “Fußläufigkeit” beim Einkaufen. Gepaart mit raffinierter “Unterschätzung” der zu erwartenden Autoverkehrszahlen.

Das allein erklärt jedoch nicht, warum 2 von drei Bürgern glauben, dass man mit Flächenversiegelung, Waldrodung und Zerstörung von unscheinbaren aber tatsächlich systemrelevanten Biotopen trotz aller Warnungen weitermachen könne wie gehabt. “Klimanotstand – das muss man nicht so ernst nehmen”. Wörthsee braucht “Entwicklung”, hin zu mehr Vorstadt, mehr Fastfood, mehr Parkplätzen, weniger Natur.

Artenvielfalt ja – im Vollsortimenter

Polemisch gesprochen verstehen also zwei von drei Bürgern unter “Artenvielfalt” vor allem die Auswahl in den Kühlregaltheken der Vollsortimenter. “Wiesenhof”- versus “Weideglück”-, “Bauernglück”- oder “Fricki”-Hähnchen. Unter “Kampf gegen Klimanotstand”, den sich der Gemeinderat auf die Fahne geschrieben hat, versteht er mit der Mehrheit der Bürger inzwischen wieder die weitere Versiegelung von Boden, das Errichten von Betonmauern und Asphaltwegen und das Fällen von Bäumen, um Holz in einem neuen Gebäude zu “speichern”. Und das alles für eine Einrichtung, die es in etwas mehr als einem Kilometer bereits gibt und die daher nichts zu weiterer oder anderer Versorgung beiträgt.

Bauen im Landschaftsschutzgebiet

Unter Maßstäblichkeit eines Baukörpers in einem noch zu schaffenden “Neu-Wörthsee-Ortskern” (warum eigentlich noch einer?) für einen Ort im ländlichen Raum, gelegen in einem sensiblen Landschaftsschutzgebiet, wagt die Gemeinde den Schritt zu neuen Dimensionen. Mit 64 mal 24 Metern, drei Stockwerke hoch klotzt sie, wo man besser kleckern würde. Wiederum: es gibt bereits einen solchen Markt.

Polemisch gesprochen wird der letzte Rest von Charakter, den die dörflichen Ortsteile von Wörthsee besessen haben, nun Schritt für Schritt einem Ortsentwicklungsvorhaben geopfert, dessen Folgen die Verantwortlichen und die Mehrheit der Bürger nicht wirklich absehen. Ein weiterer Vollsortimenter ist mit der ihm zugedachten “Zentrumsfunktion” schlicht überfordert. Schnell mal mit dem Auto hin und nix wie weg macht kein Zentrum. Ein Aufbackshop für tiefgefrorene Industriebacklets schafft keine kommunikative Rast.

Manipulation der Fragestellung

Eine Mischung aus Manipulation und Roßtäuschertricks, wie bei der rechtlich unzulässigen Koppelung von Vollsortimenterplanung und Wohnungsplanung mag ein weiterer Hintergrund sein. Dagegen gibt es dem Vernehmen nach eine rechtsgutachterlich gestützte Beschwerde, die bei der Aufsichtsbehörde liegt.

Manipulierte Verkehrsgutachten

Das Beispiel Autoverkehr zeigt ebenfalls ein Lehrstück aus der Trickkiste. Ihre Selbsttäuschung ist von der planenden Gemeinde und ihren dienstbaren Gutachtern mit nachweislich falschen Annahmen aus der “Interessenten”-Trickkiste des Investors unterbaut worden. Nur 60% Autokunden in Wörthsee, in einem aktuellen, vergleichbaren Verfahren in Gauting lautet die Progose 90%. Die am Bau interessierte Partei durfte sich ihre Gutachten gleich selber so schreiben lassen, damit das nötige Ergebnis im “BiBo-Verfahren” dabei herauskommt. “Bullshit in – Bullshit-out” nennen Softwarentwickler solche Rechnungen mit falschen Prämissen.

Soweit die Füße tragen

Ihre Beglückungsidee “Einkaufen zu Fuß” wird nicht zu einem Boom von neuen Schuhgeschäften im Ort führen. Das im Markt verbaute Holz wird kein Klima schützen, das der dort ebenfalls verbaute Beton auf der anderen Seite der Bilanz um ein Mehrfaches schädigt. Und die sowieso gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsflächen für Alibibäumchen werden keine am Bauplatz ausgestorbenen Arten zurückbringen.

Bereit zu wirksamem Klimaschutz?

Was schließlich zu einem pessimistischen Fazit führt: Diese Abstimmung ist eine Warnung, dass die Hoffnung von Wissenschaftlern und vielen Bürgern eine Illusion ist, diese Gesellschaft würde angesichts der bereits voll im Gang befindlichen Klima- und Artensterbenkatastrophe zu Mäßigung und rationalem Kalkül fähig sein. Die Mahnungen der Wissenschaft werden dann gerne in den Wind geschlagen, wenn es um vermeintliche Vorteile im eigenen Umfeld geht. Zwischen den Wahlen denkt man grün, am Wahltag wählt man was weiß ich was.

Die alltägliche Messlatte im Kopf ist eben nicht Natur, Artenvielfalt, Nachhaltigkeit, Ökologie, Klimaschutz und wie die hehren Vokabeln so lauten. Die Messlatte ist ganz simpel Bequemlichkeit – wie mir eine Bürgerin in einer Debatte entgegenhielt: “Für mich ist es schon bequemer, wenn ich zum Supermarkt mit dem Auto einen Kilometer weniger fahren muss.” Die vielen kleinen Sünden in Städten, Gemeinden, Bauten, Straßen, Gärten, Grundstücken etc. führen in ihrer Summe zu den großen Problemen Klimakollaps und Artensterben. Das wird nicht verstanden, weil es unbequem zu sein scheint.

Das Kuckucksei ist nun gelegt, in 3 Jahren wird man sehen, was herauskommt. Für die Natur ist es jetzt bereits zu spät, aber die von der Bürgerinitiative und einem Drittel der Bürger befürchteten Auswirkungen auf die Qualität des Ortes wird man erst dann beurteilen können.

KUC

Das Kuckucksei: Nachlese zum Bürgerbegehren2021-05-30T21:15:28+02:00

Als Seniorin unterwegs

Dieser Brief erreicht uns in einigen Jahren

2026 – Wörthsee ist stolz auf sein soziales Zentrum

Liebe Anna,                                                                                                                              18.8.2026

ich wohne jetzt seit 2 Wochen im Seniorenzentrum der Kirchenstiftung in Steinebach. Recht hübsch hier, allerdings nicht ganz billig. Ich kann mich versorgen lassen, wenn ich nicht gut drauf bin. Aber ich kann auch selber kochen, wenn ich will.

Gestern ging es meinem Knie einigermaßen, ich hatte Lust auf einen schönen frischen Salat, also bin ich mit meinem Rollator rüber zum Einkaufen. Ein riesiger Edeka steht da.

Das war ein richtiges Abenteuer:

Leider musste ich erstmal über die Straße, Etterschlager Straße heißt die, da ist einiges los!

Ich dachte eigentlich, da wäre eine Druckampel, so wie bei dir vor der Seniorenresidenz. Aber ich hatte mich getäuscht. Da gab es so eine „Querungshilfe“. Erstmal musste ich bis zur Mitte, aber wie?

Es hatte 35 Grad, die Autos fuhren Stoßstange an Stoßstange, alle wollten wohl zum See. Sie dürfen da nur 30 fahren, aber so schnell konnten sie gar nicht fahren, weil zu viel Verkehr war. Doch auch, wenn sie wirklich 30 fahren, kannst du nicht einfach los gehen. Meine neue Nachbarin, die schon Jahrzehnte in Steinebach wohnte, sagte mir: „Hier mögen sie keine Ampeln und keine Zebrastreifen.“

Ja, also endlich, endlich blieb ein schickes Elektroauto stehen und ließ mich bis zur Mitte.

Da stand ich nun mit meinem Rollator und musste warten, bis mich schließlich eine nette Fahrerin passieren ließ. Jetzt war ich an einer Straße, die hat einen sehr romantischen Namen, nämlich „Zum Kuckucksheim“. Bin gespannt, ob ich da mal einen Kuckuck höre, ob da noch einer ein Heim hat? Auf der rechten Seite steht noch ein bisschen kranker Wald.

Auf der linken Seite sah ich jetzt schon die Bretterwand von dem Supermarkt. Aber so leicht ist der nicht zu erreichen. Zuerst muss man eine ziemlich schräge Rampe bis zum Eingang gehen und fest bremsen.

Dann geht´s an einem Café vorbei, wo aber selten jemand sitzt, wie meine Nachbarin sagt. Unser Café drüben – mit Seeblick – ist viel schöner. Biokuchen gibt es leider in keinem!

Gut, dann bin ich rein. Die Musik dudelt genauso grauenhaft wie in dem anderen Supermarkt, wo mich meine Tochter mal hingefahren hat.

So, dann musste ich mich erstmal zurechtfinden. Aha, die „Frischeabteilung“! Naja, besonders frisch war der Salat nicht mehr, den abgepackten wollte ich aber nicht. Vielleicht noch ein paar Eier? Kann ich gekocht in den Salat schneiden. Puh, wo sind die? Lange Gänge ging´s entlang. Warum braucht der Mensch eigentlich 50 Joghurtsorten? Dazu die unzähligen Fertigpizzen, von denen keine einzige schmeckt. Und die Plastikverpackungen haben sie immer noch nicht abgeschafft.

Du siehst, Supermärkte nerven mich. Ein netter, übersichtlicher Laden mit den nötigsten Dingen wäre doch viel gemütlicher. Meine Nachbarin hat mir mal erzählt, dass es vor Jahren hier ein paar „Verrückte“ gab, die den Supermarkt verhindern und das Waldstück auf der linken Seite erhalten wollten. Sie hat damals für den Supermarkt gestimmt, aber jetzt ist sie auch nicht so glücklich damit, weil er trotz Holz so scheußlich aussieht. Er passt nicht aufs Land, meint sie.

Ich brauchte noch ein Dressing. Bis ich das in dem Labyrinth gefunden hatte und vergeblich versucht hatte, die Zutatenliste zu lesen, war ich schon ziemlich erschöpft. Zum Glück ist es hier kühl! Vielleicht wäre es eine Idee, bei großer Hitze in dem Laden viel Zeit zu verbringen. Am See ist es eh viel zu voll. Wenn sie nur innen ein paar Stühle hätten!

Ja, du kannst dir denken, dass der Heimweg ähnlich schwer war wie der Hinweg. Außerdem musste ich den Rollator jetzt hoch schieben!

Schweißgebadet legte ich mich in die kühle Badewanne. Jetzt habe ich mich vom Einkauf erholt,  sitze hier auf dem kleinen Balkon und schreibe dir. Das war mein heutiges Abenteuer!

Sei herzlich gegrüßt

von deiner  Maria

H.S.

Als Seniorin unterwegs2021-06-05T15:20:18+02:00
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