Weniger Tempo – Mehr Lebensqualität | 11. Oktober 2022

Die Initiative für Artenvielfalt lädt ein:

WENIGER TEMPO

MEHR LEBENSQUALITÄT

Diskussionsveranstaltung mit

  • Christl Muggenthal, Bürgermeisterin
  • Markus Büchler, Verkehrsexperte, bayerischer Landtag
  • Anton Maier, ADFC-Kreisvorstand Starnberg
  • Doja Muggenthaler, Initiative für Artenvielfalt
  • Moderation: Dietlind Klemm, Journalistin

Schwerpunkte:

  • Ergebnisse der Umfrage: Großer Wunsch nach Verkehrsberuhigung und sicheren Überwegen
  • Tempo 30 – Pro und Contra
  • Wege zu mehr Schutz für Radler*innen und Fußgänger*innen

Wo? Rathaussaal Wörthsee

Wann? 11. Oktober, 19.30

V.i.S.P: Doja Muggenthaler, Waldstraße 42, Wörthsee

Weniger Tempo – Mehr Lebensqualität | 11. Oktober 20222022-09-22T23:30:55+02:00

Energietag Wörthsee | 25. September 2022

Energietag Wörthsee – 25.9.22

Energietag Wörthsee 2022

Am Sonntag, den 25. September findet der Energietag Wörthsee am Rathaus statt. Die Initiative Artenvielfalt wird mit einem Stand vertreten sein.

Infotafel Verkehr Wörthsee
PV-Dachmontage Wörthsee
Frosch

m 25.September beteiligt sich die Initiative für Artenvielfalt wieder am diesjährigen Umwelttag mit einem Infostand. Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:

  • Verkehrswende fürs Klima und für mehr Lebensqualität
  • Klimaschutz in Gärten, auf öffentlichen Flächen und in der Landwirtschaft
  • Kleinvieh macht auch Mist – Möglichkeiten zum Energiesparen
  • Klimafreundliche Energiegewinnung

Mit unseren Tafeln wollen wir die Diskussion anregen zu:

  • Energie-Sparen,
  • Energie klimafreundlich erzeugen,
  • Verkehr – verkehrt,
  • klimafreundliche Landwirtschaft/ klimafreundliches Gärtnern.

Außerdem gibt es einen Blumenquiz, Samen und Pflanzen zum Mitnehmen und zahlreiches Info-Material.

Wir würden uns freuen, wenn viele von euch vorbeikommen und wenn auch noch einige mithelfen würden. Bitte bei mir melden!

Ab 11 Uhr am Rathaus.

Energietag Wörthsee | 25. September 20222022-09-22T23:32:44+02:00

1000 Solardächer für Wörthsee | Update 1. September 2022

1000 Solardächer für Wörthsee – Update zum 1.9.22

Montage PV-Anlage Dahlienweg durch Firma AC-Solar Starnberg April 2022. Foto: U.Ziegler

Der Zubau von PV Anlagen in Wörthsee kommt in Schwung. Die PV-Anlagen Bauer im Landkreis arbeiten mit Hochdruck. Gebremst wird der Zubau derzeit weiter durch Lieferengpässe.

Monatliche Inbetriebnahme PV Anlagen in Wörthsee (Anzahl). Quelle: Bundesnetzagentur

Dachlandschaft Steinebach-Wörthsee: Viel Platz für weitere PV-Anlagen. Quelle: Bayernatlas

Photovoltaikanlagen sind im Trend. Die explodierenden Energiepreise zeigen deutlich, wie hilfreich eine eigene Stromerzeugung ist. Viele Bewohner haben bereits darauf reagiert. In Wörthsee sieht man den Trend zu mehr PV-Anlagen deutlich: bis Ende August 2022 wurden bereits 30 neue Anlagen in Betrieb genommen, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 22.

Wörthsee kann mit PV-Strom klimaneutral werden

Möglich ist eine Verdreifachung der PV-Anlagen auf den Dächern im Gemeindegebiet.

Das entspricht 1000 neuen Anlagen. Der Investitionsbetrag läge bei etwa 7 Millionen Euro.

Die Stromkostenersparnis wirkt sich sofort aus.

Besonders bei Nutzung von Elektrofahrzeugen oder Wärmepumpen.

Zubau PV Anlagen Wörthsee - Grafik SB.
Weitere Information stehen in diesem Artikel vom Oktober 2021: 1.000 Solardächer für Wörthsee

 

 

Solarprämie vom Landratsamt Starnberg

Das Starnberger Landratsamt verlost dieses Jahr 4 Solarprämien an Bürger, die eine neue PV-Anlage errichten. Mitmachen bei der Verlosung können alle Bürger oder Unternehmen, „die 2022 eine neue oder erweiterte Solaranlage – Photovoltaik oder Solarhermie – im Landkreis Starnberg auf dem eigenen Dach gebaut und in Betrieb genommen haben. Die Anlage muss eine Mindestgröße von 3 kWp bei Solarstromanlagen bzw. 7 m² Kollektorfläche bei Solarthermieanlagen haben und nachweislich von einem Fachbetrieb installiert worden sein.“ Antragsformulare und Informationen gibt es auf der Webseite des Landratsamts Starnberg.

1000 Solardächer für Wörthsee | Update 1. September 20222022-09-22T23:33:54+02:00

Umfrageergebnisse Tempo 30

Umfrageergebnisse Tempo 30

Übrigens: Paris hat Tempo 30 eingeführt. Die französische Hauptstadt und 8-Millionenstadt Paris hat am 30. August 2021 Tempo 30 im Stadtgebiet für fast alle Straßen eingeführt.

Regina Ammel, ADAC
In den vergangen Wochen hat die Inititative Artenvielfalt eine Umfrage zur Verkehrssituation in Wörthsee und zu einem niedrigeren Tempolimit durchgeführt. Wir haben 2000 Fragebögen verteilt und 207 Bögen zurückerhalten. Die Auswertung der Antworten wirft ein klares Licht auf die Probleme, die der Autoverkehr tagtäglich verursacht.
Verkehrsbefragung 2022

Die Ergebnisse zeichnen ein eindeutiges Bild: die wenigsten Einwohner finden, die Verkehrsführung könne so bleiben, wie sie ist. 75% der Antworten sprechen sich für ein generelles Tempolimit von 30 km/h aus, für die Abschnitte Auing-Schulstraße oder See und Dorfstraße sogar 85%. Damit sind die neuralgischen und besonders engen Punkte in Steinebach und Auing als besonders problematisch identifiziert – hier ist der Handlungsbedarf am größten. Kritisch angemerkt wurde von einigen Etterschlagern, dass die Situation dort nicht eigens gefragt wurde. Dieser Punkt bleibt also weiter zu bearbeiten.

Einige der Gegner von einem strengeren Tempolimit auf 30 km/h schrieben, dass bei Tempo 30 der Schadstoffausstoß der Fahrzeuge höher sei, als bei Tempo 50. Es gibt in der Tat sich widersprechende Studien hierzu. Das Argument kann, wenn überhaupt, nur gelten, wenn man eine konstante Fahrgeschwindigkeit unterstellt. Die auch in Wörthsee alltägliche Stop-and Go Situation führt durch den Beschleunigungsvorgang auf Tempo 50 in allen Studienergebnissen zu insgesamt höheren Emissionen bei Tempo 50. Die ebenfalls beträchtliche Lärmreduzierung bei T30 nehmen die Befürworter höherer Geschwindigkeiten gar nicht zur Kenntnis. Klar, im Fahrzeug hört man sich nicht.

Ein Argument das öfters zu lesen war: ich muss doch zügig zur Arbeit fahren können. Wir hatten bereits die Fahrzeiten vom Ortseingang in Auing bis zum Etterschlager Kreisel mehrfach mit dem Auto getestet: Bei Tempo 30 waren es im Durchschnitt 8 Minuten. Bei Tempo 50 waren es im Durchschnitt 6 min. 10 sec., also knapp 2 Minuten schneller. Für 2 Minuten „Zeitgewinn“ sollen also alle Bürger und besonders die Anrainer der Straßen mehr Lärm hinnehmen. Von der Gefährdung der Kinder auf dem Schulweg durch morgens, weil zu spät dran, bereits gestresste und „zügig“ fahrende Autofahrer ganz abgesehen. Leute, steht einfach mal rechtzeitig auf.

Querung Schule neu
Querungen Pizzakreuzung
Querung Ahornstraße Steinbach
Neuralgische Punkte im Straßenverlauf von Wörthsee

Zu den Antworten auf die einzelnen Problempunkte.

Edeka Einfahrt Waldbrunn:

– Analyse: Wir erhielten die Schilderung eines Fahrradunfalls, „Radler brauchen hier viel Glück!“, mit 2 kleinen Kindern bei der Straßenüberquerung dort. Die Situation sei sehr schwierig. Anwohnerin dort schreibt, es würde oft schneller als 50 gefahren, besonders nachts.

– 86 Antworten plädierten für Zebrastreifen, davon 3 mit Blinklicht, 6 mit Druckampel, 1 Begrünungsvorschlag kam, mehrmals wurde der Hinweis auf den Sportplatz gegeben, wo auch Kinder und Jugendliche trainieren.

– Geschwindigkeit: 26 für T.30, 1x für T30 von 6 bis 18 Uhr, 1x T40.

– Weitere Vorschläge: Nase, Buckel, Parkverbote

– Kritik: 9x Querungshilfe reicht, 1x Querungshilfe unnötig, führt zu Unübersichtlichkeit; 1x „Autofahrer, die bei Querungshilfe nicht stehen bleiben, tun dies auch bei Zebrastreifen nicht“;

Schulstraße:

– Analyse: Verbesserung nötig! Eltern sollten Kinder nicht mit Auto bringen! Blaue Pfeile werden von Schnellfahrern angefahren. Zusammenstoß zweier Fahrräder; Querungsinsel zu klein für Fahrrad mit Anhänger!

– 70 Antworten für Zebrastreifen, davon 6 mit Druckampel, 1 mit Begrünung,

– Geschwindigkeit: 25 Antworten für T30

– Weitere Vorschläge: Parkverbote 5x, Hindernisinseln 2x, Buckel 2x, Nasen, Spiegel zur Verbesserung der Übersichtlichkeit, Geschwindigkeitskontrollen; gemeinsamer Überweg für Nr.2 und 3

– Kritik: Querungshilfe und Schulweghelfer genügen 7x, „Ist man nicht mehr fähig, alleine, eigenverantwortlich eine kleine Straße zu überqueren?“

Maistraße:

– Analyse: Unübersichtlich, u.a. wegen Hecke bei Schreinerei, mehrere Unfälle und Beinahe-Unfälle bei Maistraße-Radweg-Querung.

– 51 für Zebrastreifen, davon 2x mit Ampel könnte aber auch gemeinsam für hier und Schulstr. benützt werden.

– Geschwindigkeit: 24 für Tempo 30, 1x für T40

– Weitere Vorschläge: Spiegel für Autos, die aus der Maistr. kommen, Stoppschild vor Fuß- und Radweg, Parkverbote, Schild „Vorsicht Radweg kreuzt“, Buckel 2x, Hindernisinseln, mehr Geschwindigkeitskontrollen

– Kritik: Querungshilfe überflüssig! „Durch schlechte Sicht ist man ohnehin vorsichtig.“ Alles o.k.

Kuckucksheim:

– Analyse: „Lebensgefährlich“ Zumutung für Familien! Unübersichtlich!

– 60 für Zebrastreifen, davon 9 für Druckampel, 1 für Querungshilfe

– Geschwindigkeit: 45 für T30

– Weitere Vorschläge: Sorgfältige Planung durch Fachleute, Verkehrsinsel, 2x Kreisverkehr, Schild „Achtung Kinder!“, Hecken zurückschneiden, Halte- und Parkverbote, Kreisverkehr

– Kritik: Wörthseer fahren eh alle mit dem Auto, daher kein Übergang nötig;

Pizzakreuzung:

Analyse: Radweg oft zugeparkt; gefährlich, vollkommen unübersichtlich, schlimmste Kreuzung in Wörthsee 14x, viele wissen nicht, wann man blinken muss, lebensgefährlich für Kinder;

„Bin dort schon einmal unter einem Auto gelegen.“ „ Ein Wunder, dass nicht mehr passiert!“ 1 Unfall,

– 30 für ein bis zwei Zebrastreifen, 6x Zebrastreifen mit Ampel

– Geschwindigkeit: 30x für T30, 1x T40, 2x T10, 2x „starke Geschwindigkeitsreduktion“

– Weitere Vorschläge: 38x Kreisverkehr ( z.T. in Verbindung mit Zebrastr.), 10x durchgehender Radweg, Radwegende absenken, Vorfahrt für Radler, 3x durchgehender Fußweg, 9x Einbahnstr. Regelung, 3x deutlichere Vorfahrtsschilder, 3x Leitlinien auf der Straße, Shared Space, 4x völlige Neugestaltung mit Hilfe von Fachleuten, 4x mehr Übersichtlichkeit, 2x Verkehrsinsel, 1x Spiegel, 3x Speedbumper, Park- und Halteverbote, stattdessen auf Wiese gegenüber Parkplatz machen;

– Kritik: „Nichts verändern, gehört zu Steinebach dazu.“ „Fußgänger nicht bevorzugen, sonst geht gar nichts mehr.“ „Wie viel Unfälle gab es denn bisher?“ „Baulich nicht anders zu lösen!“ „Jetziger Fußweg genügt.“

Pizzakreuzung bis Apotheke:

– Analyse: 4x „Katastrophe! Total gefährlich! Für Kinder ungeeignet!“ „An Schulkinder denken!“ „Eine unwürdige Situaion!“ 3x „Für Radfahrer gefährlich!“ „Es passen kaum 2 Autos aneinander vorbei.“

– 1x Querungshilfe, Zebrastr.; Hinweis auf vorhandenen Fußweg, 4x durchgehender Fuß- und Radweg, evtl. verbunden mit Einbahnregelung

– Geschwindigkeit: 35x T.30, 1x verkehrsberuhigte Zone T10

Weitere Vorschläge: 28x Einbahnregelung dabei für Radfahrer in beide Richtungen, 41x Fußweg ausbauen ohne Treppe und für Rollstuhlfahrer benutzbar, LKW-Fahrverbot, Fußgängerzone, Straßenverbreiterung, 10x Radweg, bessere Beleuchtung, Speed bumper, Spiegel, Warnschild; weiße Straßenbegrenzung;

Kritik: „Baulich nicht anders zu lösen!“

Apothekenkreuzung:

– Analyse: Fußweg an Kirchenseite schlecht, Neugestaltung mit Pflaster wird zu Verbesserung führen; gefährlich für Radfahrer

– 34x Zebrastreifen, 1x Zebrastr. nach japanischem Vorbild (alle 4 Seiten und diagonal), Kreisverkehr mit 4 Zebrastr., 4x Querungshilfe, 7x Druckampel

– Geschwindigkeit: 50x T30, 8x Tempolimit, 1x T20,

– Weitere Vorschläge: Shared Space, 3x Kreisverkehr, 2x Speed Bumper,3x rechts vor links, Fahrradweg,

– Kritik: „Querungshilfe problematisch, da Fahrzeuge blockiert werden.“ „ Es reicht so, wie es ist.“

Hauptstraße bis Ahornstraße

– Analyse: Massiv gefährlich für Fußgänger und Radfahrer, für Verkehrsbeeinträchtigte ganz schlechte Lage;

– 2x Zebrastr., 2x Querungshilfe bei Fußweg

– Geschwindigkeit: 2x T20, 2x Fahrradstr. Mit T20

– Weitere Vorschläge: 44x durchgehender Fußweg (z.T. bessere Beleuchtung und durchgehend von Pizzakr. Bis Bahnhof); Verbot für Lastwagen, Flächenzukauf, Blitzer, Bodenwellen, 2x Fuß- und Fahrradstreifen, 4x Einbahnstr., generelles T30 im ganzen Ort würde dazu führen, dass nicht erst hier Tempo gedrosselt wird; kleinere Busse einsetzen, mit Schild auf vorhandenen Fußweg hinweisen, deutliche Schilder pro Fußgänger, Smileys für Tempoeinhalter;

  • – Kritik: „Paralleler Fußweg sollte genutzt werden!“
S-Bahn-Fußweg an Kreuzung Hauptstraße/Ahornstraße

Analyse: Fußgänger sind hier Freiwild., für Leute mit Rollkoffer Treppen schlecht; unübersichtlich, Verbesserung nötig!

53x Zebrastr., 3x Druckampel, 31x irgendeine Form von Fußgängerüberweg;

Geschwindigkeit: 31x für T30, 1x T30 nur tagsüber,

Weitere Vorschläge: Fahrrad- und Fußgängermarkierung, Nase, 2x Speedbumper,

Einmündung Bahnhofstr.:
  • Analyse: Oft problematische Situationen, vorhandener Spiegel (?) oft verstellt, viel zu gefährlich!11x Zebrastr., 2x Überweg zu Auinger Str. mit Abstand zur UnterführungGeschwindigkeit: 52x T30, 1x T40, 7x Tempolimit, 1x extreme Begrenzung nötig;Weitere Vorschläge: 4x Spiegel, 4x Kreisverkehr, Fahrradmarkierung, 3x Straße ausbauen, 2x rechts vor links, 2x Speed Bumper, Schild: Achtung Fußgänger!, Schulbushaltestelle kindersicher machen!, Hinweisschild „Zum See“ fehlt; Ampel für Unterführung, Stoppschilder! Verkehrsinsel entfernen!Kritik: „Durch neue Absperrung bei Unterführung ist es ohnehin verkehrsberuhigt.“
See-, Dorfstraße:

Analyse: Beim Feuerwehrhaus gab es vor Jahren einen tödlichen Verkehrsunfall. 1 Kind schreibt: „Bei der Bushaltestelle Taubenweg muss ich große Angst haben, weil die Fahrzeuge mit 70 reindonnern.“

5x Zebrastreifen am Birkenweg, bei Fußweg am Schlittenberg, Druckampel bei Grundler

Geschwindigkeit: 92x T30 insgesamt, 1x von Pizzakr. bis Meisenweg, 2x T40

Weitere Vorschläge: 2x Einbahnstr.lösung, Fahrbahnverengungen, Schwellen, Parkverbote, Smileys für Langsamfahrende, Fahrbahnverengungen,

Kritik: „Radfahrer sind nur gefährdet, wenn sie sich nicht an die Regeln halten!“ „Der Verkehr muss fließen!“

Sonstiges:

Für Radler: 3x Fahrradstreifen nicht aufmalen, da Straße zu eng; Fahrradstreifen durchgehend mit roter Farbe aufmalen; Radstreifen gut, weil Parkplätze wegfallen; 2x Viele wissen nicht, was eine „Fahrradstraße“ bedeutet. Radwege müssten durch den ganzen Ort gehen und auch in die Nachbarorte weitergeführt werden. Der jetzige Fuß-Radweg ist zu gefährlich. Nein, er ist o.k.! Gegen rücksichtslose Radler sollte vorgegangen werden. Radler sollten Radweg benützen.

Für Fußgänger: Durchgehende Fußwege gefordert! Hecken hängen über Gehwege. Fußgängerzone zwischen Wörthseeblick und Rathaus! Schulkinder können kaum selbständig zur Schule; bessere Beleuchtung der Fußwege; 2x Ampeln ( plus diejenigen unter P. 1 bis 11 angeführt ), Seestr. am Wochenende für Autos sperren; gepflasterter Fußweg in Seestr. ist für Gehbehinderte problematisch; Nicht zu viele Überwege, Verkehr muss fließen. Verkehrsstillstand durch Zebrastreifen sollte in jedem Fall vermieden werden.

Parken/ Halten: An unübersichtlichen Stellen Park- und Halteverbote, z.B. 2x Halteverbot von Edeka bis Pizzaservice; im Sommer Parkplätze außerhalb für Touristen; Am See sollten nur E-Autos parken dürfen. In Hauptstr. nur Anwohner parken lassen; Parkgebühr für alle, die ihr Auto über Nacht stehen lassen; Wörthseemaut für Touristen; Shuttlebusse von Autobahn zum See;

Geschwindigkeit bremsen: 4x Poller, 4x Nasen, 5x Blitzer ( „Es wurden 6 Mess-Stellen 2016 beschlossen, aber nicht eingerichtet.“), Kontrollen zu wechselnden Zeiten; Smileys, Stopp-Schilder, 2x T40 auf ungefährlicheren Straßen; „Wenn wir Verkehr nicht ausbremsen, geht unser Ort kaputt!“ In Waldbrunn fahren viele zu schnell, weil auf einer Seite keine Häuser sind.

Lärm: Lastwagen aussperren! Kleinere Busse, Busse sollen langsamer fahren; Münchner Str. in Etterschlag extrem lärmbelastet! Einer behauptet: „Etterschlager Str. führt nicht durch Wohngebiete!“

Straßen, die in Fragebogen nicht angesprochen wurden: Keine Autos am Seglerweg! Sonnenwinkel T30 und pflastern! Kreuzungen in Etterschlag nicht berücksichtigt! Am Ortseingang in Etterschlag (Mauerner und Münchner Str.) jeweils Zebrastreifen, dort gab es kürzlich einen schweren Unfall mit Kind. Steinberg, Bahnhofstr. und Wesslinger Str. Speed Bumper! Kuckuckstr. überall T30!

Begrünung: Kreisel mit einheimischen Wildpflanzen bepflanzen; Straßenränder begrünen!

Demokratie: „Gute Idee, die Leute zu befragen!“ „Öfter mal die Bevölkerung befragen!“ „Die AG Verkehr arbeitet bereits an diesen Themen.“ „Die Fragen sind so weltfremd wie die GRÜNEN.“ „Initiative ist gut, sollte sich aber an gesetzlich Machbarem orientieren und vollständig informieren.“ „Die Gemeinde sollte professionelle Verkehrsgutachten veröffentlichen!“ „Bürgerversammlung zu diesem Thema machen!“

Umstrittenes: „Fahrgeschwindigkeit regelt sich weitgehend von selbst.“ „Der permanente Blick zum Tacho bei T30 lenkt ab.“ „3x: Bei T30 spart man laut ADAC keinen Sprit und erzeugt mehr Abgase.“ (Der ökologisch orientierte VCD widerspricht hier.) „Es könnte sein, dass manche Autofahrer nach T30 besonders aggressiv fahren.“ „Doppelmoral beenden: Alle fahren Auto!“ (???) Es gibt in Wörthsee nicht nur Rentner, die viel Zeit haben, sondern auch noch arbeitende Bevölkerung.

Menschliches: „Braucht man überall eine Gehhilfe? Ist man nicht mehr fähig, eigenverantwortlich eine kleine Straße zu überqueren?“ „Ihr spinnt!“ „Bezahlen Fußgänger eigentlich Steuern? Oder warum brauchen die ALLE Rechte?“ „Verkauft eure Autos! Aber es gibt Menschen, die arbeiten hier und da sind 30 unangebracht.“ „1.Wegziehen, wem es hier nicht gefällt. 2.Führerschein abgeben und nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen. 3. Über den Tellerrand schauen, überall auf der Welt sind die Gefahren und Probleme so groß, wir leben hier im Paradies, es gibt nicht m e h r Lebensqualität! Wann ist der Mensch endlich mit was zufrieden?“

Dazu viele, viele Dankeschöns für unsere Arbeit. Und viele, die weiter informiert werden wollen.

Satirisches: „Man sollte ein Schild aufstellen „Vorsicht! Freilaufende Hunde!“ Das würden die Leute eher beachten, denn Hunde sind ihnen wichtiger als Menschen.“

Umfrageergebnisse Tempo 302022-05-09T11:14:07+02:00

1000 Solardächer für Wörthsee – viele neue Installationen

1000 Solardächer für Wörthsee – viele neue Installationen

Montage PV-Anlage Dahlienweg durch Firma AC-Solar Starnberg April 2022. Foto: U.Ziegler

Der Zubau von PV Anlagen in Wörthsee kommt in Schwung. Die PV-Anlagen Bauer im Landkreis sind ausgelastet. Gebremst wird der zubau derzeit allerdings durch Lieferengpässe aufgrund der Schwierigkeiten in den globalen Lieferketten.

Monatliche Inbetriebnah PV Anlagen in Wörthsee (Anzahl). Quelle: Bundesnetzagentur

Dachlandschaft Steinebach-Wörthsee: Viel Platz für weitere PV-Anlagen. Quelle: Bayernatlas

„Der Blick über die Dächer zeigt: Es gibt noch viel Platz für Solaranlagen. Vielleicht auch bei Ihnen? Dann ist jetzt der Zeitpunkt für Ihren Einstieg ins Solarzeitalter – wir unterstützen Sie! Mit Beratung und – mit etwas Glück – mit einer „Solar-Prämie“.“ 

Herbert Schwarz, Landratsamt Starnberg

Photovoltaikanlagen sind im Trend. Die explodierenden Energiepreise zeigen deutlich, wie hilfreich eine eigene Stromerzeugung ist. Viele Bewohner haben bereits darauf reagiert. In Wörthsee sieht man den Trend zu mehr PV-Anlagen deutlich: bis Mitte April 2022 wurden bereits 12 neue Anlagen in Betrieb genommen

Wörthsee kann mit PV-Strom klimaneutral werden

Möglich ist eine Verdreifachung der PV-Anlagen auf den Dächern im Gemeindegebiet.

Das entspricht 1000 neuen Anlagen. Der Investitionsbetrag läge bei etwa 7 Millionen Euro.

Eigenkapital muss nicht eingesetzt werden, die KfW fördert mit zinsgünstigen Darlehen.

Die privaten Investoren erzielen damit Renditen von bis zu 7% – gerechnet auf 25 Jahre.

Die Stromkostenersparnis wirkt sich sofort aus.

Besonders bei Nutzung von Elektrofahrzeugen oder Wärmepumpen.

Näheres dazu haben wir im Oktober 2021 in diesem Artikel geschrieben. 1.000 Solardächer für Wörthsee

Weitere Information stehen in diesem Artikel vom Oktober 2021: 1.000 Solardächer für Wörthsee

Solarprämie vom Landratsamt Starnberg

Das Starnberger Landratsamt verlost dieses Jahr 4 Solarprämien an Bürger, die eine neue PV-Anlage errichten. Mitmachen bei der Verlosung können alle Bürger oder Unternehmen, „die 2022 eine neue oder erweiterte Solaranlage – Photovoltaik oder Solarhermie – im Landkreis Starnberg auf dem eigenen Dach gebaut und in Betrieb genommen haben. Die Anlage muss eine Mindestgröße von 3 kWp bei Solarstromanlagen bzw. 7 m² Kollektorfläche bei Solarthermieanlagen haben und nachweislich von einem Fachbetrieb installiert worden sein.“ Antragsformulare und Informationen gibt es auf der Webseite des Landratsamts Starnberg.

1000 Solardächer für Wörthsee – viele neue Installationen2022-04-28T18:43:24+02:00

Presseerklärung zum Hackschnitzelkraftwerk Wörthsee

Die Gemeinde Wörthsee plant ein Holzhackschnitzelheizwerk an der Kuckucksstraße. Diese Montage beruht auf den Ende Januar vorliegenden Informationen und zeigt nicht das wirkliche Szenario, da zu diesem derzeit nur widersprüchliche Aussagen gemacht wurden.

Presseerklärung:

Sorge um den Wald, Sorge ums Klima

Einige Aktive der Initiative für Artenvielfalt haben am Infogespräch der Gemeinde zur geplanten Heizzentrale am 22.2.2022 teilgenommen. Es fand ein intensiver und offener Austausch statt, trotzdem konnten uns die Argumente der Planer und zukünftigen Betreiber des Hackschnitzel-Heizwerks nicht überzeugen.

  • Das Hackschnitzel-Heizkraftwerk wird von den Betreibern als nachhaltig bezeichnet. Dies ist unserer Meinung nach eine vereinfachende Rechnung (Anm.1): Nach unseren Erkenntnissen werden dort ca. 1044 Tonnen CO2 pro Jahr emittiert werden. Nach Rechnung der Planer/Betreiber würde dies wieder durch nachwachsende Bäume, die das CO2 binden, ausgeglichen.

Wir sagen: Es dauert Jahrzehnte, bis diese nachgewachsen sind. Das CO2 wird jedoch sofort emittiert.

Außerdem braucht der Betrieb des Ofens auch Strom für die automatische Holzzufuhr, das Gebläse und die Filter, zudem entsteht jede Menge Feinstaub. Der wird zwar gefiltert, aber diese hochgiftigen Filter müssen dann wieder für teures Geld im Sondermüll entsorgt werden.

  • Der Vertreter der MV Biomasse AG erzählte, dass der Wald in Deutschland in einem guten Zustand sei, dass er ständig wachse und dass die Entnahme des Materials für die Hackschnitzel kein Problem sei. Er bezog sich jedoch auf die Bundeswaldinventur von 2012. Das war vor 10 (!) Jahren.

Inzwischen hat sich viel geändert:

Erst am 22.2. 2022 schlug das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Oberpfaffenhofen Alarm. In einer Studie zur Abnahme des Waldbestandes zeigen sie auf, dass der Verlust noch drastischer ist als der Waldschadensbericht der Landesregierung:

Seit 2018 gingen z.B. im Landkreis Starnberg 732 h Wald verloren. ( Dazu auch der Kreisbote vom 23.2.2022, S.2, „Große Sorge und den heimischen Wald“ und die SZ vom selben Tag „Beispiellose Schäden“, S.13)

Wir brauchen den Wald dringend, um das vorhandene CO2 zu senken!

  • Es gibt ein weiteres Problem, wenn sehr viel Restholz für Hackschnitzelheizungen entfernt wird: Wie eine Studie der bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft („Kronennutzung aus nährstofflicher Sicht“, LWF-Aktuell 108) zeigt, braucht der Wald das Restholz, weil es als organischer Dünger dient. Ohne dieses Restholz wird langfristig die Fruchtbarkeit des Standorts herabgesetzt. (Anm.2)

Dazu kommt, dass sog. Totholz für das Überleben unzähliger Kleintiere und Pilze wichtig ist. (Anm.3)

  • Wir fragten, ob es eine nachprüfbare Holzrohstoffbilanzierung für den Umkreis, aus dem die Hackschnitzel stammen sollen, gibt. Denn es ist zu befürchten, dass immer mehr Gemeinden solche Hackschnitzel-Heizwerke bauen wollen und dann das Material doch aus größerer Entfernung herangeschafft werden muss.

Darauf gab es keine klare Antwort.

  • Eine Wogeno-Interessentin fragte, ob das Hackschnitzel-Heizkraftwerk nicht mit Solarthermie gekoppelt werden könnte, damit wenigstens im Sommer weniger verbrannt, bzw. der Ofen abgeschaltet werden könnte. Diese Möglichkeit wurde von den zukünftigen Betreibern nicht akzeptiert, obwohl es zahlreiche Gemeinden gibt, in denen dies praktiziert wird. Beispiele finden sich in dem Artikel „Solarwärmedörfer werden populär“ vom 8.11.2018 unter

https://www.erneuerbareenergien.de

Resümee:

Die Gemeinde steht unter Zugzwang, da der Supermarkt schnell Klarheit über das Nahwärmenetz haben will. Deshalb wurde diese fragwürdige Lösung genommen, ohne Alternativen sorgfältig zu prüfen.

Für uns ist das eine Notlösung, die der Öffentlichkeit als nachhaltig verkauft wird.

Die von der Gemeinde vor einigen Jahren bestellte Machbarkeitsstudie für das Nahwärmenetz ist immer noch nicht fertig. Hier müssten ergebnisoffen ökologisch bessere Möglichkeiten, wie Großwärmepumpen, Solarthermie mit Saisonspeicher, oberflächennahe „Kalt-Geothermie“, Kombilösungen o.a. aufgezeigt werden. Auch die Möglichkeit eines sog. „Kaltwärmenetzes“ wie in Bad Nauheim wäre zu erwägen (Anm.4), außerdem für eine längerfristige Planung Tiefengeothermie zusammen mit anderen Gemeinden.

Ebenso müssen bessere Standorte außerhalb des Waldes geprüft werden!

Wir können deshalb nur an den Gemeinderat appellieren, in Zukunft folgende Forderung der Deutschen Umwelthilfe umzusetzen:

„Die Umstellung auf erneuerbare Wärme sollte in einem ,kommunalen Wärme- und Aktionsplan´ öffentlich diskutiert und langfristig vorbereitet werden…“

Natürlich appellieren wir auch an alle Bürgerinnen und Bürger, erneuerbare Energien einzusetzen, wo immer es geht und ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern!

Und wir empfehlen, bei der Online-Infoveranstaltung am 3. März selbst nachzufragen.

Anmerkung 1: Siehe auch Erklärung der 20 wichtigsten Umweltschutzorganisationen vom 24.11.2020

Anmerkung 2: Letzte Änderung 29.12.2020

URL: http://www.lwf.bayern.de/cms04/boden-klima/stoffhaushalt_waldernaehrung/127355/index.php

Anmerkung 3: Es wäre ohnehin sinnvoller, das Restholz, das wirklich raus muss, für die Papierherstellung und für ökologisches Dämm-Material zu verwenden. Damit würde der Kohlenstoff weiterhin gespeichert und nicht durch Verbrennen die Klimaerwärmung angeheizt.

Anmerkung 4: https://www.stadtwerke-bad-nauheim.de/produkte/kalte-nahwaerme/so-funktionierts.html

Presseerklärung zum Hackschnitzelkraftwerk Wörthsee2022-03-02T12:43:41+01:00

Wörthsee soll kahler werden

Wörthsee soll kahler werden

Die Nachverdichtung der Bebauung in Wörthsee läuft. Alte Villen mit ihren Gärten müssen klotzigen Appartmentbauten weichen.

Die Gemeinde Wörthsee wird zugebaut. Foto: D.M.

„Unser Dorf soll schöner werden“

Unter diesem Titel wurden früher ländliche Gemeinden aufgefordert, sich aufzuhübschen. Das geschah mit mehr oder weniger großem Erfolg und es gab auch Preise.

Vielleicht gewinnt Wörthsee mal einen Preis mit dem Titel

„Unser Dorf soll kahler werden“

Mit dem neuen Hackschnitzelkraftwerk, dieser Wohnanlage, den Abholzungen im Kuckuckswald und vielen anderen Baumsünden wäre es wohl prädestiniert dafür.

D.M.

Wörthsee soll kahler werden2022-03-13T19:08:34+01:00

DLR schlägt Alarm – starke Abnahme des Waldbestands

DLR schlägt Alarm – starke Abnahme des Waldbestands

Am 22.2.22 veröffentlicht das  (DLR) eine Studie zur Abnahme des Waldbestandes in Deutschland. Mit alarmierenden Zahlen, die noch drastischer ausfallen, als der Waldschadensbericht der Staatsregierung. Seit 2018 gingen im Landkreis Starnberg 732 ha Wald verloren.
Waldverluste in Deutschland 2018-2021

Karte der mit Satellitenbildauswertung festgestellten Waldverluste in Deutschland. Karte: DLR, Frank Thonfeld

Tabelle Waldverluste in den Landkreisen von Oberbayern.

Bei den oberbayerischen Landkreise liegt Starnberg mit 4,1% Waldverlust ganz oben. Quelle: DLR, Frank Thonfeld, Tabelle S.Bleek

Satellitenbild Waldverlust Arnsberg

Drastische Verluste. Waldbestand in Arnsberg, NRW 2017 und 2021. Verluste sind grün eingezeichnet. Satellitenbild DLR, Frank Thonfeld

Kahlschlag-1

Kahlschläge von über 10×10 Metern Ausdehnung – wie hier in Wörthsee – werden auf den Satellitenbildern erfasst. Foto: S. Bleek

In Deutschland sind hohe Baumverluste zu verzeichnen

Die nebenstehende Karte bestätigt, dass die schlimmsten Bestandsverluste in den Wäldern der Mittelgebirge passiert sind. Zu ihrer Erfassungsmethode schreiben die Forscher um Dr. Frank Thonfeld:

„Die Fernerkundungsexperten aus Oberpfaffenhofen werteten insgesamt mehr als 20.000 Datensätze aus. Auf diese Weise konnten sie die abgestorbenen und neu eingeschlagenen Waldflächen im Monatsrhythmus erfassen. Entstanden ist ein differenziertes Waldbild für ganz Deutschland mit einer Auflösung von zehn Metern. Die Verarbeitung der Datenarchive von Sentinel-2 und Landsat-8 erfolgte vollautomatisch.“

Unser Landkreis Starnberg liegt im leicht dunkelgelben Bereich. Ich habe mich in Oberpfaffenhofen erkundigt und der Projektleiter, Herr Thonfeld, hat mir die Zahlen der oberbayerischen Landkreise zugeschickt, die in der Tabelle zu sehen sind. Demnach hat der Landkreis Starnberg in nur 2 1/2 Jahren 4,15 % seiner Waldfläche verloren. Diese Flächen sind zwar noch „Wald“ aber ohne größeren Baumbestand. Bekronungsverlust nennen die Satellitenbildexperten dieses Datum. Ihr Fazit:

„Mittelfristig setzt sich voraussichtlich die Tendenz fort, dass noch weitere Bestände verloren gehen. Es wird Jahrzehnte dauern, bis die wirtschaftlichen Schäden eingeholt sind. Bis sich das Ökosystem Wald erholt, kann es noch länger dauern. Für Deutschland und Europa ist es daher dringend notwendig, schnell effiziente Maßnahmen zum Schutz der Wälder zu ergreifen. Satellitengestützte Erdbeobachtung kann Forschenden und Entscheidungstragenden hierzu eine Datengrundlage bereitstellen.“

Im Landkreis Starnberg sind 732 ha Wald verlorengegangen

Der Landkreis Starnberg nimmt in Oberbayern einen traurigen Spitzenreiterplatz beim Waldverlust ein. Nur der Landkreis Mühldorf ist vor allem durch Sturmschäden noch schlechter dran, lassen wir das Stadtgebiet Rosenheim ausser Acht. Was mich bestürzt ist die Tatsache, dass dieser Verlust von immerhin 732 ha Wald in unserem Landkreis nicht wahrgenommen wird. „Woid hama gnua“ ist der vorherrschende Tenor in den Diskussionen in der Gemeinde (und nicht nur in unserer). Die Diskussionsbeiträge auf dieser Webseite geben Zeugnis davon. Diese 732 ha beziffern nur die größeren flächigen Verluste. Wie gesagt, die Auflösung des Verfahrens des DLR ist 10×10 Meter. Die Entnahme von einzelnen Bäumen aus einem gesunden Bestand ist hier nicht sichtbar und braucht das auch nicht sein, denn dort wächst Wald weiterhin. Ginge das so weiter mit einem Verlust von 1% oder in der Spitze 2% von Flächen pro Jahr, kann man sich ausrechnen, wann wirklich eine Entwaldung passiert ist. Denn die Bäume brauchen ja 50 bis 70 Jahre um wieder nennenswerte Höhen zu erreichen und Kronen auszubilden. Die Waldbilanz ist im Landkreis also bereits deutlich negativ.

Eine effiziente Maßnahme zum Schutz der Wälder wäre zumindest in den gut durchmischten Wäldern und solchen mit hohem Laubholzanteil sicherlich eine Reduzierung der Holzentnahme und – wie beschrieben – auch die Belassung des Waldrestholzes für die gute Regeneration der Humusschicht. Der Holzweg von Wörthsee weist leider in die entgegengesetzte Richtung. Die zunehmende Zahl an Hackschnitzelkraftwerken und privaten Holzheizungen wird in einem derzeit bereits „überhitzten“ globalen Holzmarkt den Druck auf den Waldbestand weiter anheizen. Denn bei steigenden Preisen lohnt sich das Baumfällen immer mehr.

DLR schlägt Alarm – starke Abnahme des Waldbestands2022-03-02T14:55:58+01:00

Waldrestholz ist im Wald zur Humusbildung notwendig

Waldrestholz ist im Wald zur Humusbildung notwendig

Waldrestholz

Das Foto zeigt ein Haufen von sogenanntem Waldrestholz vor dem Abtransport in der Nähe von Steinebach. Diesen Haufen aus dem Wald zu nehmen, wäre etwa nach dem PEFC Standard nicht angeraten. Der Waldbesitzer riskiert die Reduzierung der Fruchtbarkeit des Bodens. Foto: S. Bleek – Nähe S-Bahn Wessling

Waldrestholz ist im Wald zur Humusbildung notwendig. Je mehr neue Hackschnitzelkraftwerke gebaut werden, desto mehr dieses für die Regeneration des Waldbodens unentbehrlichen Materials würde aus dem Wald herausgeräumt und verfeuert. Auch das Bayerische Forstministerium sieht das Thema mit Sorge.
Waldrestholz

Einige Waldbauern in unseren Wäldern forsten mit Kahlsschlag großer Flächen. Der PEFC Standard wird nicht eingehalten. Foto: S. Bleek Nähe Wesslingerstraße

Wiederaufforstung

Wiederaufforstung – es dauert Jahrzehnte bis dieser Setzling zu einem Baum herangewachsen sein wird. Der Waldboden wird durch Austrocknung geschädigt Foto: S. Bleek Wesslingerstraße 2022, ein JAhr nach Kahlschlag der Fläche.

„Bei dem Export von Wipfelstücken und Ernterückständen aus den Beständen wird häufig vergessen, dass es sich hier um sehr nährstoffreiches Material handelt. Waldrestholz ist damit kein Abfallprodukt, sondern gleicht beim Belassen im Wald einer organischen Düngung. Damit tragen die Ernterückstände zum Humusaufbau bei und verbessern die Wasser- und Nährstoffversorgung. Die Standortsqualität bleibt so erhalten und wird unter Umständen sogar erhöht.

Während der erntekostenfreie Erlös des zu Hackschnitzeln verarbeiteten Kronenmaterials vergleichsweise gering ist, führt die Kronennutzung zu mindestens einer Verdopplung des Nährelementexports. Besonders kritisch ist die Entnahme von Ästen, Zweigen und Nadeln zu beurteilen. Hier ist das Missverhältnis zwischen dem finanziellen Gewinn und dem Nährstoffexport am größten. Zusätzlich steigt die Qualität der Hackschnitzel und die damit erzielbaren Erlöse bei geringeren Anteilen von benadeltem bzw. belaubtem Feinreisig (Mergler et al. 2012).“ So argumentiert eine Studie des bayerischen Ministeriums für Landwirtschaft und Forsten.

Nur ein gesunder Boden trägt einen gesunden Wald

Nun ist jedoch ein gesunder Waldboden die Voraussetzung für einen Erhalt unserer Wälder, besonders da die Bäume sowieso unter vielfältigen Umweltstreß stehen. Das Bundeswaldgesetz (BWaldG) formuliert als Gesetzeszweck, insbesondere die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Und das Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) verbietet jede Handlung, welche die Produktionskraft des Waldbodens vernichtet oder wesentlich schwächt.

Im 19. Jahrhundert hatte bereits die Nutzung des Laubes aus dem Wald als Streu zu Schäden in den Wäldern geführt. Die bayerische Forstbehörde sieht daher die rasant zunehmende Hackschnitzelnutzung kritisch. Maßstab für nachhaltiges Wirtschaften im Wald könne nur eine ausgeglichene Bilanz aus Nährstoffentzügen und Nährstoffnachlieferung sein, schreiben die Autoren der Studie „Nährstoffschonende Biomassenutzung – LWF-aktuell 108

PEFC sieht die Kronennutzung kritisch

Der in der Forstwirtschaft immer breiter angewendete PEFC Standard für „Nachhaltigkeit“ verbietet die Vollbaumentnahme und sieht die Nutzung des Restmaterials aus Kronen kritisch: „Das Material sollte – soweit z.B. aus Forstschutzsicht möglich – erst nach dem Abfall von Nadeln, Blättern und Feinreisig aus dem Bestand gerückt werden.“ Das ist nicht besonders klar und eindeutig gedacht, aber die Problematik ist auch hier erkannt. Allerdings wird eine Entnahme „nach Abfall von Reisig“ ziemlich weltfremd sein, denn die Harvester marschieren heutzutage in einem Arbeitsgang durch das Gelände und wenn es irgend geht, wird das Schwachholz der Kronen gleich im folgenden Arbeitsgang zerhäckselt und abtransportiert.

Wirtschaftlich nicht sinnvoll

„Bei der Nutzung von Kronenbiomasse – oder genauer gesagt – beim Übergang von der Derbholz- zur Vollbaumnutzung (ohne Wurzel) steigt der »Gewinn« an Biomasse um 10 % bis 25 %, der Entzug an Nährstoffen jedoch überproportional um 150 % bis 200 %. Dieses Verhältnis ist je nach Baumart, Alter und Standort unterschiedlich (Pretzsch et al. 2014). Der mäßige Zusatzertrag wird daher teuer erkauft. Dies gilt besonders auf ärmeren Standorten.“ Schreibt eine Studie von Kurt Amereller 2014. Wiederum eine Stimme aus der bayerischen LWF, die nicht verdächtig ist, radkalen Umweltschützern zugeneigt zu sein.

Was dem Waldboden bei der Entnahme des Restholzes schadet, der hohe Nährstoffanteil, den es enthält, macht seine Nutzung für Verfeuerung problematisch. Hohe Schadstoffemissionen entstehen, Hackschnitzel mit hohem Rindanteil brennen schlecht und ist daher vom Heizwert minderwertig. Dazu haben wir bereits einen Artikel geschrieben. Aus Sicht der nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes laufen die Waldbauern zusammen mit den Gemeinden auf ihrem Holzweg gegen die Wand. Ihre kurzfristige Gier nach ein paar Euro mehr und ihr Wahn, den Wald möglichst aufgeräumt und ausgeräumt zu bewirtschaften, den wir etwa im FFH Waldgebiet Meilinger Höhe sehr plastisch dokumentieren können, führen also direkt in eine Zerstörung des Waldes durch übermäßige Entnahmen und Kahlschläge und dabei gleich mit in eine Zerstörung seiner Regenerationsfähigkeit. Das ist fürwahr eine ausgesprochen „nachhaltige“ Wirtschaft.

Waldrestholz ist im Wald zur Humusbildung notwendig2022-02-18T10:25:13+01:00

Fragen zum Hackschnitzel-Heizwerk

Fragen zum Hackschnitzel-Heizwerk

Der Gemeinderat Wörthsee hat auf seiner letzten Sitzung die Bauplanung für ein Hackschitzel-Heizwerk an der Kuckuckstraße eingeleitet. Dabei fielen 5 nachfolgend nicht wörtlich zitierte Aussagen. Zu diesen stellen wir 5 Fragen.

Das neue Heizwerk in einer Simulation, die den bislang bekannten Annahmen in etwa entspricht. (2 Schornsteine, die 5 Meter über die höchsten Baumwipfel reichen) Rechts der 32 m hohe Kirchturm. Fotomontage: S.Bleek.

Waldrestholz

Waldrestholz, Februar 2022 am Waldweg S-Bahn. Zahlreiche große Buchen wurden gefällt. Hackschnitzel aus Restholz mit hohem Rindenanteil verursachen hohe Schadstoffemissionen. Foto: S. Bleek.

Waldrestholz

Waldrestholz mit Nadelholzanteil. Stickstoffgrenzwerte bei Verfeuerung schwerlich einzuhalten, Februar 2022 am Waldweg S-Bahn Wessling. Foto: S. Bleek.

Standortprofil: Das Gelände steigt nach Süden hinter der geplanten Anlage (584m) noch bis zu 5 Meter an. Quelle: Bayernatlas.

Simulation Heizwerk nach den bislang bekannnten Aussagen. Montage: S. Bleek.

Auf der Sitzung des Wörthseer Gemeinderats am Januar wurde die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen, um an der Kuckuckstraße direkt gegenüber der Einfahrt zum neuen Supermarkt ein Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk zu erreichen. Im Gemeinderat wurden dazu die folgenden Aussagen mit notiert:

  1. „Aus den beiden Schornsteinen wird nur Wasserdampf entweichen.“
  2. „In der Anlage werden nur Schwachholz und Restholzabfälle aus den Wäldern ringsum verbrannt.“
  3. „Die Schornsteine müssen eine Höhe von 5 Metern über den Baumwipfeln haben.“
  4. „25 Meter Wald um den Bau herum müssten eigentlich aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden. Wir machen die Auflage eines verstärkten Dachs für die Anlage, damit diese Fällung unterbleiben kann.“
  5. „Die Wörthseer Bürger werden stolz sein auf dieses neue Werk“.

Hierzu haben wir die folgenden Fragen:

? 1.

Mit welcher Auflage zur Rauchgasreinigungstechnik gedenkt der Gemeinderat den Betreiber der Anlage zu verpflichten, das bei der Verbrennung der Hackschnitzel entstehende CO2 zu binden, sodass nur Wasserdampf übrig bleibt. Mit welcher Technik will der Gemeinderat die Emissionen von Feinstaub, Kohlenmonoxid und Stickoxiden auf Null reduzieren. Wer trägt die Kosten?

? 2.

Laut der Studie „Einflussfaktoren auf die NOX-Emissionen in Hackschnitzel-Heizwerken zwischen 1 und 5 Megawatt“, Berichte aus dem TFZ, 66, Straubing, März 2020 des Bayerischen Technologie und Förderzentrums für nachwachsende Rohstoffe, wurde bei der Verbrennung von Hackschnitzelchargen aus drei verschiedenen „Waldresthölzern“ „der NOX-Grenzwert von 370 mg/Nm3 in allen Laststufen überschritten.“ Und weiter: „Als allgemeine, stark vereinfachte Beobachtung kann abschließend festgestellt werden, dass sich helle Hackschnitzel (meist aus Energierundholz) oder nur wenig dunklere Hackschnitzel durch Stickstoffgehalte von weniger als 0,2 m-% (Massenanteil) auszeichnen. Werden jedoch sehr dunkle Hackschnitzel mit einem hohen Feingehalt geliefert (z. B. mit hohem Rindenanteil oder vielen Nadeln), kann von höheren Stickstoffgehalten im Brennstoff ausgegangen werden, was ggf. zu Überschreitungen der NOX-Grenzwerte führen kann.“

Wie will also der Gemeinderat die bei der geplanten Verbrennung von ausschließlich Waldrestholz und Landschaftspflegematerial, die sich beide durch hohen Stickstoffgehalt auszeichnen, die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte garantieren. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass sich in der Hauptwindrichtung vom Werk aus gesehen ein Supermarkt mit Terrasse, eine neue Wohnsiedlung und ein Kindergarten befinden.

? 3.

Eine ausgewachsene Buche hat eine Höhe von bis zu 45 Metern. Pro Jahr wächst eine jüngere Buche 40 cm in die Höhe. Wie sollen die Schornsteine 5 Meter über die Baumwipfel geführt werden, wenn dahinter ein Buchenwald wächst? Selbst jetzt, wo wir dort jüngere Buchen haben, entspräche diese Vorgabe schon bei einer Wuchshöhe von nur 20 oder 25 Metern bereits bis zu 30 Metern Kaminhöhe. Denn noch dazu steigt das Gelände am Standort deutlich an, so dass die Buchen im Rücken der Anlage 4 bis 6 Meter höher wurzeln als das geplante Gebäude. Sind also tatsächlich derart hohe Schornsteine geplant? Oder werden am Ende alle Buchen des rückwärtigen Hügels gefällt werden müssen, um die Schornsteine niedriger zu bauen?

? 4.

Wie glaubt der Gemeinderat die sehr hohen Kamine verkehrssicher zu bauen, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass die umstehenden Buchen bei starken Sturm auf die Kamine stürzen? Ist also die geplante Vermeidung der großflächigen Rodung um das Gebäude herum realistisch?

? 5.

Wieso glaubt der Gemeinderat, dass die links auf einer provisorischen Fotosimulation angedeutete Gruppierung unseres Kirchturms von 32 Meter Höhe mit dem Pendant zweier Schornsteine mitten im neuen „Vollsortimenter-Ortszentrum“ eine raumordnerische Leistung ist, auf die wir stolz sein können? Haben wir es nicht eher mit einem schändlichen Eingriff in das Orts- und Landschaftsbild zu tun?

Fotos und Beitrag: Stephan Bleek

Fragen zum Hackschnitzel-Heizwerk2022-02-18T10:25:34+01:00
Nach oben